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Ballstädt in Thüringen: Vier Festnahmen nach Überfall von Rechtsextremen

Nach einem brutalen Überfall auf eine Kirmesgesellschaft hat die Thüringer Polizei vier Männer festgenommen. Scheinbar handelt es sich dabei nicht um die Hauptverdächtigen.

Während einer Kirmesfeier im thüringeschen Ballstädt haben Rechtsextreme mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt

Während einer Kirmesfeier im thüringeschen Ballstädt haben Rechtsextreme mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt

Eine Woche nach dem Überfall auf eine Feier im thüringischen Ballstädt mit mehreren Verletzten hat die Polizei einem Bericht des MDR zufolge vier Männer festgenommen worden. Außerdem wurden mehrere Gebäude durchsucht und Beweismittel sichergestellt worden, sagte die Erfurter Oberstaatsanwältin Anette Schmit-ter Hell dem Sender am Samstag. Laut MDR durchsuchten die Polizisten ein Haus in Ballstädt sowie vier Privatwohnungen in Thüringen. Es seien auch Sprengstoff- und Drogensuchhunde im Einsatz gewesen.

Zu den Hauptverdächtigen gehören laut MDR drei Männer und eine Frau im Alter von 25 bis 33 Jahren, die die Tat jedoch bestreiten. Einer der Männer sei ein vorbestrafter Rechtsextremer. Ob einer oder mehrere der Hauptverdächtigen unter den jetzt festgenommen sind, sei derzeit nicht bekannt. Mehrere Medien berichteten, dass es Hinweise auf eine Verbindung zu der österreichischen Nazikameradschaft "Objekt 21" gäbe, die zu den gefährlichsten rechtsextremen Organisationen Europas gehört.

In Ballstädt bei Gotha hatten vor einer Woche bis zu 20 Angreifer eine Feier des ortsansässigen Kirmesvereins gestürmt und zehn Menschen zum Teil schwer verletzt. Ein spezielles Ermittlerteam gegen Rechts beim Landeskriminalamt (LKA) übernahm die Untersuchungen. Es ermittelt wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der gefährlichen Körperverletzung und inzwischen laut MDR auch wegen Raubes.

ono/AFP/DPA / DPA
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