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Duisburg: Täter sind mit großer Beute entkommen - Banküberfall gibt Polizei Rätsel auf

In Duisburg ist eine Geiselnahme nach einem Banküberfall unblutig zu Ende gegangen. Zwei Tatverdächtige sind wieder freigelassen worden. Die Polizei fahndet nach zwei Männern in einem roten Golf.

Es ist 8.40 Uhr am Donnerstagmorgen, als es an der Haustür des Ehepaares B. im idyllischen Duisburger Ortsteil Rumeln klingelt. Eine Mitarbeiterin der Sparkasse schräg gegenüber steht aufgelöst vor der Tür und will sich in Sicherheit bringen. "Ihre Stimme zitterte", sagt Frau B. - die Sparkasse sei überfallen worden. "Ich bin sofort runtergelaufen", erzählt ihr Mann. Auf der Straße sieht er einen weiteren Sparkassen-Mitarbeiter ankommen und warnt ihn: "Nicht hineingehen!" Kurze Zeit später ist ein Großaufgebot an und SEK-Kräften da und riegelt die langgezogene Dorfstraße von Rumeln ab. Die Polizei stuft den Einsatz als "Großlage" ein.

Lange ist unklar, was sich im Inneren des Sparkassen-Gebäudes abspielt, wie viele bewaffnete Täter sich dort aufhalten und wie es den beiden Mitarbeitern geht, die noch drinnen sind. Polizisten beziehen Stellung in einem Rotklinker-Einfamilienhaus direkt neben der Filiale. Hausbesitzer Reiner G. war morgens joggen. Als er zurückkam, sei die Straße schon abgesperrt gewesen, sagt er.

Drei Stunden Großeinsatz in Duisburg

Drei Stunden dauert die Nervenprobe. Aus der ganzen Region zieht die Polizei Spezialkräfte zusammen. Dann dringen Einsatzkräfte in das Sparkassen-Gebäude ein, stoßen dort aber auf keinen Täter. Im Tresorraum finden sie einen Mitarbeiter - er ist gefesselt aber unverletzt. Eine andere Mitarbeiterin hat die Filiale kurz vor dem Zugriff unverletzt verlassen können.

Der mutmaßliche Überfall gibt der Polizei auf: Zwei Tatverdächtige werden um 11.00 Uhr vor einer mehrere hundert Meter entfernten Bäckerei festgenommen. Am Abend werden die beiden wieder freigelassen: Der Tatverdacht habe sich nicht bestätigt, teilten die Ermittler mit. Die beiden Männer hätten mit Hilfe ihrer Arbeitskollegen ein lückenloses Alibi für die Tatzeit nachweisen können. Im Augenblick des Alarms soll außerdem ein roter VW Golf älteren Typs mit zwei Personen in unmittelbarer Nähe der Sparkasse weggefahren sein. "Zur Zahl der möglichen Täter kann ich derzeit nichts sagen", sagt ein Polizeisprecher.


Größerer Geldbetrag erbeutet

Kurze Zeit nach dem Zugriff des SEK geht das Leben auf der wieder freigegebenen Dorfstraße weiter, fast so als wäre nichts passiert. Fahrradfahrer radeln vorbei. Kinder werden aus der Schule abgeholt. Reiner G. arbeitet in seinem Vorgarten. 

Aber immer noch stehen viele Polizeiwagen auf der Straße. Polizisten stehen im Garten der Sparkassen-Filiale, die mit rot-weißem Polizeiband abgesperrt ist. Drinnen sucht die Kripo nach Spuren. Heraus kommt auch: Ein größerer wurde erbeutet.

Zweiter Banküberfall für eine Mitarbeiterin

Das Ehepaar B. kommt zurück ins Haus. Seit 28 Jahren wohnen sie in der Dorfstraße. Und sie kennen auch die Mitarbeiter der Sparkasse persönlich. Es ist ja ihre Filiale. Deshalb fühlen sie mit den Beschäftigten dort und sind sichtbar mitgenommen von den Ereignissen. Die schutzsuchende Mitarbeiterin habe ihnen erzählt, dass sie schon zum zweiten Mal einen Banküberfall erlebe. 

tkr/Dorothea Hülsmeier/DPA