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Schüsse in Bayreuth: Das tödliche Eifersuchtsdrama in der heilen Vorstadtwelt

Mord aus enttäuschter Liebe: In einem gutbürgerlichen Stadtteil von Bayreuth hallen plötzlich Schüsse durch die Nacht - das blutige Ende eines Beziehungsdramas. Drei Menschen sterben, die Anwohner sind geschockt.

Beamte der Spurensicherung am Tatort des Eifersuchtsdramas in Bayreuth

Beamte der Spurensicherung bei der Arbeit am Tatort im Bayreuther Stadtteil St. Johannis

Am Montagmorgen erinnert nichts mehr an die Bluttat der Nacht. Die Polizei hat sämtliche Spuren schon beseitigt. Zwölf Stunden zuvor hat sich hier in der oberfränkischen Stadt wohl ein Eifersuchtsdrama abgespielt: Drei Menschen sterben durch Schüsse.

Ein 41-Jähriger aus dem Landkreis Bayreuth hat nach Erkenntnissen von und Staatsanwaltschaft seine 33 Jahre alte Ex-Freundin und ihren Vater (65) erschossen. Den neuen Freund seiner ehemaligen Partnerin verletzte er schwer. Danach soll sich der 41-Jährige selbst erschossen haben. Die mutmaßliche Tatwaffe - eine am Tatort sichergestellte Pistole - hat er legal besessen, er war Jäger. 

Auf dem kleinen Parkplatz neben einem Spielplatz, auf dem die Polizei die Leichen entdeckt hat, parken am Montagmorgen bereits wieder Autos. Es ist ein ungemütlicher Tag, es regnet in Strömen.

Viele Einfamilienhäuser und gepflegte Vorgärten

St. Johannis ist ein gutbürgerlicher Stadtteil mit vielen Einfamilienhäusern und gepflegten Vorgärten, noch dörflich geprägt und vom Bayreuther Stadtkern durch die Autobahn 9 getrennt. Es ist nicht weit zur berühmten barocken Parkanlage Eremitage. Die Straße des Tatorts kann man zwar nicht als Nobelviertel bezeichnen, aber es ist schon eine bessere Wohngegend.

Hier kennt man sich noch, lebt teilweise schon seit Jahrzehnten Tür an Tür. "Ich bin sehr geschockt", sagt ein älterer Mann. Er wohne seit 40 Jahren hier. "Man muss das jetzt erst alles einmal erfassen." Zu den möglichen Umständen der Tat schweigt er. Obwohl er die Betroffenen gekannt habe. Eine andere Passantin winkt ab, eilt mit ihrem Regenschirm in der Hand weiter: "Das ist eine Tragödie." Andere Nachbarn bleiben in ihren Häusern. 

In der Nacht wird die Polizei verständigt, als mehrere Schüsse im Wohngebiet zu hören sind. Die Beamten finden drei Tote neben Autos, ein weiterer Mann ist verletzt. Die Tote und ihr 65 Jahre alter Vater haben in einem Reihenhaus nur wenige Meter vom Tatort entfernt gelebt.

Die Rollläden sind am Vormittag nun heruntergezogen. Ansonsten herrscht der Eindruck einer Vorstadt-Idylle: Weihnachtsschmuck hängt an der Haustür, die Schneeschaufel steht bereit, falls der Wintereinbruch kommt und der Gehweg geräumt werden muss.

Wieso die tödlichen Schüsse fielen - dazu schweigt die Polizei in der Nacht zunächst. Am Montag bestätigen sich dann die Gerüchte - es war eine Beziehungstat, wie die Polizei auf Grundlage der ersten Ermittlungen bekanntgibt.

Nicht einmal ein Absperrband zeugt von der Tragödie

Gegen 6.00 Uhr am Morgen ziehen Kripo, Spurensicherung und Rechtsmediziner wieder ab. Nicht einmal ein Absperrband zeugt von der Tragödie kurz vor Weihnachten. Am späten Vormittag kommen wieder einige Polizisten, sie hören sich in der Nachbarschaft um.

Die hat eine Obduktion der Leichen angekündigt, auch weitere Spuren sollen noch ausgewertet werden. So weisen Fahrzeuge, die am Tatort geparkt waren, Einschüsse auf.

Kathrin Zeilmann, DPA