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Beamter in Rendsburg getötet Sicherheitsdebatte nach Schüssen im Finanzamt


Nach der Gewalttat im Rendsburger Finanzamt geht die Staatsanwaltschaft von einem Mord aus und will Haftbefehl beantragen. Unterdessen flammt eine Diskussion um die Sicherheit in Behörden auf.

Am Tag nach dem Angriff auf einen Beamten im Rendsburger Finanzamt will die Staatsanwaltschaft am Dienstag gegen den mutmaßlichen Todesschützen Haftbefehl beantragen. Man gehe nach ersten Erkenntnissen von einem Mord aus, sagte der Kieler Staatsanwalt Axel Bieler. Unterdessen wird über die Sicherheit in deutschen Behörden diskutiert.

Am Montagvormittag hatte ein Steuerberater aus dem schleswig-holsteinischen Fockbek in der Nachbarstadt Rendsburg einen Finanzbeamten nach einem Streit in dessen Dienstzimmer niedergeschossen. Der 58-Jährige starb.

Der Leichnam wurde obduziert. Das Ergebnis lag zunächst noch nicht vor. "Es geht darum, zu klären, von wie vielen Kugeln und aus welchen Richtungen das Opfer getroffen wurde", sagte Bieler.

Publikumsverkehr im Rendsburger Finanzamt ruht

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold sagte, einerseits wollten die Behörden den Menschen offen begegnen, andererseits gelte es, Risiken zu vermindern.

In Deutschland gab es schon andere tödliche Übergriffe auf Behördenmitarbeiter - auch in Schleswig-Holstein. Im Dezember vorigen Jahres verurteilte das Landgericht Flensburg einen 57-Jährigen zu zehn Jahren Haft, der seine Sachbearbeiterin bei der Führerscheinstelle erstochen hatte. Die 37-Jährige hatte ihm keine Fahrerlaubnis gegeben. Der Täter war im April 2013 in das Haus der Frau im Kreis Schleswig-Flensburg eingedrungen, würgte sie und tötete sie dann mit zahlreichen Stichen.

Im gleichen Monat erschoss ein Rentner den Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont in Niedersachsen. Auch die Polizeigewerkschaft klagte bereits in der Vergangenheit darüber, dass die Gewaltbereitschaft auch gegen Polizisten zugenommen habe.

Im Rendsburger Finanzamt ruht auch am Dienstag der Publikumsverkehr. Die Mitarbeiter können zu Hause bleiben oder in Gesprächen mit Interventionsteams über die Gewalttat sprechen.

mka/DPA DPA

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