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NSU-Prozess: Beate Zschäpes erste Aussage überhaupt: Was sie sagte

Jahrelang schwieg sie auf Anraten ihrer Anwälte beharrlich, nun hat sich Beate Zschäpe im NSU-Prozess erstmals persönlich geäußert. Mit leiser Stimme und nervös wirkend verlas sie am Donnerstag eine kurze Erklärung.

Beate Zschäpe, Hauptangeklagte im NSU_Prozes, im Gerichtssaal

Beate Zschäpe wirkte beim Verlesen einer Erklärung nervös und sprach mit leiser Stimme (Archivbild)

Nun also doch: Jahrelang verwehrte die mutmaßliche Rechtsterroristin auf Anraten ihrer Verteidiger eine Aussage, jetzt hat sie im Rahmen des NSU-Prozesses erstmals persönlich das Wort ergriffen. Am Donnerstag verlas die 41-Jährige eine kurze Erklärung, in der sie einräumte, sich früher "durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts" identifiziert zu haben. Dies sei heute jedoch nicht mehr so. "Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen", sagte Zschäpe. 

Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Sie hatte jahrelang auf Anraten ihrer drei Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm bislang vehement zu den Vorwürfen gegen sie geschwiegen. Im vergangenen Dezember hatte sie mit Unterstützung von zwei weiteren Anwälten eine Aussage und mehrere Antworten auf Fragen des Oberlandesgerichts München verlesen lassen, bisher aber nie selber das Wort ergriffen. 

Beate Zschäpe liest mit leiser Stimme und wirkt nervös

Beim Verlesen ihrer eigenen kurzen Erklärung sprach sie sehr schnell mit leiser Stimme und wirkte nervös. Die Bundesanwaltschaft hat sie als Mittäterin der zehn überwiegend rassistisch motivierten Morde angeklagt, die Zschäpes mutmaßliche Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos verübt haben sollen.

mod / DPA
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