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"Türken dienen ihr": Beate Zschäpe wird im Knast zur Königin

Seit März 2013 sitzt Beate Zschäpe in der JVA Stadelheim ein. Dort soll die Hauptangeklagte im NSU-Prozess einen Kreis von Getreuen um sich geschart haben und mit Zuckerbrot und Peitsche über andere Häftlinge regieren.

Beate Zschäpe soll sich im Gefängnis ein kleines Königreich aufgebaut haben

Beate Zschäpe soll sich im Gefängnis ein kleines Königreich aufgebaut haben

Seit mehr als drei Jahren ist Beate Zschäpe in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim inhaftiert. Während dieser Zeit hat sich die Hauptangeklagte im NSU-Prozess offenbar zu einem Star in einem kleinen Paralleluniversum gemausert und in der Frauenabteilung sich einen Kreis von Getreuen aufgebaut. Das berichtete eine ehemalige Zellennachbarin von Zschäpe gegenüber der "Bild"-Zeitung

Brigitte Pohl* hatte im Klinikum Harlaching die Krankenversicherungskarte einer anderen Frau benutzt. Bevor sie für dieses Vergehen zu 120 Stunden Sozialarbeit verurteilt wurde, verbrachte sie ihre Untersuchungshaft in der Zelle Nummer 132. Zschäpe darf die Zelle 131 derzeit ihr Zuhause nennen.  

Zwischen April und August dieses Jahres wohnte Pohl Wand an Wand mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin. Vier Monate lang konnte sie ihre berüchtigte Nachbarin beobachten und hat nun einiges zu berichten. Zschäpe lebe im "puren Luxus", erzählte sie der "Bild". Ihre "liebe Oma" würde ihr regelmäßig Geld zukommen lassen.

Beate Zschäpe macht sich mit Tabak beliebt

Damit würde Zschäpe sich einiges leisten können: "Bei uns hängt ein Bestell-Zettel. Sie bestellt zwei Mal im Monat. Vor allem Kaffee, Tabak, Avocado, Spargel, Paprika. Und Schokolade!" Im Gefängnis begehrte Waren, insbesondere der Tabak. Damit sichere sie ihre Stellung: "Sie leiht vielen was. Alle lieben sie abgöttisch!", sagte Pohl. Sogar ausländische Häftlinge würden sich bei Zschäpe anbiedern: "Türken kaufen bei ihr Zigaretten. Sie dienen ihr", so die 65-Jährige. 

Schon früher gab es Berichte, wonach Zschäpe sich im Gefängnis wie eine Königin benimmt. Eine ehemalige Insassin der JVA, die im April dieses Jahres einige Tage die Zelle gegenüber Zschäpe bewohnte, berichtete gegenüber der "Zeit", dass die mutmaßliche Rechtsextremistin eine breite Schar an "Fans" um sich geschart haben soll.

Ihre Stellung sichere sie aber auch dadurch, dass sie andere Frauen einschüchtere und manipuliere - Zuckerbrot und Peitsche also. Andere Häftlinge soll sie zu ausländerfeindlichen Attacken anstacheln. Einmal soll sie sogar dazu aufgerufen haben, an das Fenster der Zelle einer Gefangenen mit Migrationshintergrund heißes Wasser und Mehl zu schütten. Es habe sich ein richtiger "Mob" gebildet, berichtete die ehemalige Zellennachbarin. 


*Name von der "Bild"-Redaktion geändert.

ivi
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?