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Heute bei "Aktenzeichen XY ... ungelöst" 1989 wurde Beatrix Hemmerle in Trier getötet. Jetzt soll ein Massen-Gentest ihren Mörder überführen

Das Bild zeigt die 1989 ermordete Beatrix Hemmerle
Beatrix Hemmerle wurde am 11. August 1989 von einem Unbekannten erstochen. Die Lederjacke des Täters fand man kurz nach der Tat auf einem Parkplatz.
© Polizei
Im August 1989 wurde die 32-jährige Beatrix Hemmerle in ihrer Wohnung in Trier nachts von einem Unbekannten erstochen. Bis heute fehlt von dem Täter jede Spur. Jetzt soll ein Massen-Gentest dem Fall zur Aufklärung verhelfen. 

Es ist der 11. August 1989, als eines der schlimmsten Verbrechen in Trier begangen wird. Gegen drei Uhr morgens verschafft sich ein Unbekannter Zugang über den Balkon zur Parterrewohnung von Beatrix Hemmerl. Weil es draußen so warm war, hatte die allein erziehende Mutter die Tür offen und die Rollläden nur zum Teil heruntergelassen. Der Unbekannte überrascht die 32-Jährige im Schlaf. Mit einem Messer sticht er mehrfach auf die junge Frau ein. Ihr zwölfjähriger Sohn wird durch ihre Schreie wach. Als er ins Schlafzimmer kommt, sieht er seine Mutter blutüberströmt auf dem Bett liegen. Der Täter hatte ihr so schwere Wunden zugefügt, dass sie noch vor Ort verblutete. 

Anschließend flüchtet der Täter über einen Parkplatz. Hier findet die Polizei unmittelbar nach der Tat eine blutverschmierte Lederjacke in Größe 48-50, die der Täter getragen haben muss. Zeugen sagen aus, dass in den Wochen vor der Tat des Öfteren ein Mann auf dem Balkon des Opfers gesehen wurde, offenbar ein "Spanner". Trotz intensiver Ermittlungen konnte bis heute kein Täter identifiziert werden.

Neue Kenntnisse durch DNA-Analyse

31 Jahre später könnte sich das dank Fortschritte in der DNA-Analsyse nun ändern. Vor drei Jahren wurde der Fall von der Mordkommission Trier, der Staatsanwaltschaft Trier und dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz neu aufgerollt. Die Beamten nahmen sich jede Zeugenaussage und jede Spur noch einmal vor und bewerteten sie nach den heutigen Erkenntnissen und mit den heutigen technischen Möglichkeiten. Mittlerweile liegen genauere Erkenntnisse zum Tathergang und zum Täterprofil vor. Auch wurden Beweisstücke von damals mit einer neuen Analysemethode untersucht. "Dabei wurden Spuren gefunden, die höchstwahrscheinlich vom Täter stammen", zitiert die Tageszeitung "Trierischer Volksfreund" einen der Mordermittler.

Die Folge: Alle Männer, die vor 31 Jahren als Freunde, Bekannte, Kollegen oder Kontaktpersonen von Beatrix Hemmerle in die Ermittlungen einbezogen waren sowie sonstige Personen, die der Polizei in dem Verfahren bekannt wurden, sollen jetzt eine DNA-Probe abgeben. Dem Bericht nach sollen bis zu 500 Männer dazu aufgefordert werden. "Es bestehen berechtigte Hoffnungen, dass die Tat geklärt werden kann", sagt der heutige Leiter der Trierer Mordkommission, EKHK Christian Soulier. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei weisen ausdrücklich darauf hin, dass die erhobenen Daten zweckgebunden ausschließlich zum Abgleich mit den Spuren in dem Mordfall Beatrix Hemmerle verwandt werden. 

Fall Beatrix Hemmler bei  "Aktenzeichen XY... ungelöst"

Auch die Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" will den Fall Hemmerle am Mittwoch, den 12. August 2020, um 20:15 Uhr, im ZDF noch einmal aufgreifen. Zudem appelliert die Polizei an alle Menschen, die im Zusammenhang mit den Mordermittlungen Hinweise geben können, sich unter der Telefonnummer 0651/9779-2480 oder per Email unter kdtrier.hinweisaufnahme@polizei.rlp.de an die Kriminalpolizei in Trier zu wenden. Für Menschen, die sich vertraulich an die Ermittler wenden wollen, wird unter der Telefonnummer 0152/28854968 ein Vertrauenstelefon eingerichtet, an dem sie, ohne Angaben zu Ihrer Identität, Hinweise geben können.

Quellen: Polizei Trier, Polizei Rheinland-Pfalz"Trierischer Volksfreund"


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