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Befangenheitsanträge gegen Richter Kachelmann-Prozess sofort vertagt


Das ging schnell: Nur wenige Minuten nachdem unter großem Medieninteresse der Prozess gegen TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann begonnen hat, hat sich das Gericht wieder vertagt. Kachelmanns Anwälte hatten Befangenheitsanträge gegen zwei Richter gestellt.

Der mit Spannung erwartete Prozess gegen den ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ist am Montag kurz nach Beginn bereits wieder vertagt worden. Der Vorsitzende Richter des Mannheimer Landgerichts, Michael Seidling, begründete dies mit einem Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen ihn und eine weitere Richterin. Eine Begründung des Antrags wurde nicht genannt. Das Verfahren soll nun am kommenden Montag (13. September) fortgesetzt werden.

Die Anklage wirft Kachelmann vor, im Februar seine langjährige Freundin mit einem Messer bedroht und sie nach einem Beziehungsstreit vergewaltigt haben. Der 52-Jährige bestreitet dies. Er war Ende Juli nach rund vier Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden, weil Gutachten die Angaben der 37-Jährigen dem Oberlandesgericht Karlsruhe zufolge nicht eindeutig stützten.

Keine Begründung für Anträge

Eine Begründung für die Befangenheitsanträge wollte Verteidiger Reinhard Birkenstock nicht öffentlich mitteilen. Das 67-seitige Ablehnungsgesuch gegen den Vorsitzenden Richter und die Richterin Daniela Bültmann wurde zu Protokoll der Geschäftsstelle des Gerichts gegeben.

Der Prozess hatte mit leichter Verspätung unter großem Medieninteresse begonnen. Vor dem Gericht warteten Fernsehteams und Fotografen auf die Beteiligten, aus dem Gerichtssaal wurde vor Beginn der Verhandlung live berichtet. Seit den frühen Morgenstunden hatten zahlreiche Zuschauer auf Einlass gewartet - sie wurden nach Angaben einer Gerichtssprecherin wegen der Prominenz des Angeklagten besonders sorgfältig durchsucht - Foto- und Tonaufnahmen aus dem Gerichtssaal während der laufenden Verhandlung sind verboten. Im Saal 1 des Mannheimer Landgerichts stehen wegen den großen Medienandrangs nur 85 Plätze für interessierte Besucher zur Verfügung.

Mutmaßliches Opfer erschien überraschend

Kachelmann hat zum Prozessbeginn sein Verteidigerteam erweitert: Neben dem Kölner Rechtsanwalt Birkenstock wird er nun auch von der Heidelberger Strafverteidigerin Andrea Combé vertreten. Das mutmaßliche Opfer, eine Radiomoderatorin, erschien zum Prozessauftakt überraschend vor Gericht. Sie wird als Nebenklägerin gleichfalls von einem Anwalt vertreten.

dho/DPA/AFP DPA

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