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Skat-Freund von Ben Wettervogel alarmierte Polizei: "Wir haben uns Sorgen gemacht"

Als sie länger nichts von ihm hörten, machten sich Ben Wettervogels Skat-Freunde Sorgen. Sollte ihm etwas passiert sein? In der Wohnung des TV-Moderators wurden Befürchtungen zur traurigen Gewissheit.

Der Tod von ZDF-Wettermoderator Ben Wettervogel bewegt die Zuschauer; vor allem natürlich die Familie und Freunde des 53-Jährigen. Allen stellt sich die Frage: Was ist geschehen? Wie konnte es dazu kommen, dass der stets fröhlich und warmherzig wirkende Westfale offenbar keinen Ausweg mehr sah? Nichts von der nun offenkundigen Verzweiflung des TV-Wettermannes hatten wohl auch seine engsten Freunde geahnt. Als sie von Wettervogel länger nichts hörten, wollte ein Skat-Kumpel schließlich wissen, was los ist.

Feuerwehr bricht Tür auf

"Wir haben uns Sorgen gemacht", zitiert die "Bild"-Zeitung Dietmar D., einen Skat-Freund des Verstorbenen. "Ich bin dann in seine Stammkneipe, habe gefragt, ob die etwas von ihm wissen." Aber auch dort nur Kopfschütteln. Seit rund zwei Wochen war er dort nicht mehr gesehen worden. Auch zuhause, in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus im Berliner Stadtteil Friedrichshain, machte Ben Wettervogel nicht auf.

Dietmar D. beschloss laut dem "Bild"-Bericht am Montagnachmittag schließlich, die Polizei zu alarmieren. Doch die Beamten kamen ebenfalls nicht weiter und holten daher die Feuerwehr. Als die Rettungskräfte kurz vor 15 Uhr die Wohnungstür aufbrachen und in das Appartment gingen, wurden die schlimmen Befürchtungen der Skat-Freunde zu trauriger Gewissheit: Ben Wettervogel war bereits tot. Laut "Bild"-Informationen hat er sich erschossen.

Die Nachricht vom Tod des vor allem aus dem ZDF-Morgenmagazin bekannten Wettermoderators hatte sich am Morgen wie ein Lauffeuer verbreitet. Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei von Suizid aus. Über die Beweggründe des gebürtigen Münsterländers gibt es bisher keine Erkenntnisse. TV-Zuschauer hatten ihn schon seit geraumer Zeit auf dem Bildschirm vermisst.

ZDF beendete die Zusammenarbeit

Nach Auskunft des ZDF hat Wettervogel in der Morgenmagazin-Sendung vom 8. August 2014 zum letzten Mal das Wetter präsentiert. Ende des Jahres lief sein Vertrag aus und wurde nicht verlängert - nach insgesamt neun Jahren Zusammenarbeit. Die Gründe liegen "im persönlichen Bereich", sagte ein ZDF-Sprecher dem stern lediglich. Ob der scheinbare Karriereknick Wettervogel zu seiner Verzweiflungstat trieb, ist Spekulation. Elmar Theveßen, stellvertretender Chefredakteur des ZDF, stellte fest: "Wir sind tief betroffen".

Das gilt in besonderem Maße auch für Wettervogels Kollegen beim Morgenmagazin. Einfühlsame Worte fand vor allem "heute"-Anchorman Christian Sievers, der eine Zeit lang ebenfalls das Frühstücksfernsehen des ZDF moderiert hatte: "Wir haben einen warmherzigen Kollegen verloren. Er war das beste Rezept gegen Frost & Kälte am Morgen."

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

stern
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