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Alt-Hohenschönhausen: Tod einer 14-Jährigen erschüttert Berlin - warum musste sie sterben?

Ein Verbrechen wühlt die Hauptstadt auf: Im Berliner Stadtteil Alt-Hohenschönhausen wird eine 14-Jährige schwer verletzt, wenig später stirbt sie. Nach der grausamen Tat sucht eine Mordkommision der Polizei den Täter.

Polizeifahrzeuge stehen nach dem Tod eines 14-jährigen Mädchens in Berlin vor einem Wohnblock

Die 14-Jährige wurde tot in der elterlichen Wohnung in Berlin-Hohenschönhausen gefunden. 

DPA

Auf ihrer Facebook-Seite zeigt sie Fotos vom Training. Eisschnelllauf, das ist ihr großes Hobby. Auf den Kufen, auf dem Eis, da ist sie zu Hause. Sie läuft auf Wettkämpfen, feiert in ihrer Region Erfolge. Fiona (Name geändert, d. Red.), 14, eine Jugendliche mit Träumen, das Leben noch vor sich.

Eines der Bilder aus dem vergangenen Jahr: Fiona stemmt ihren Körper nach vorne, will auf dem glatten Untergrund Geschwindigkeit aufnehmen. "Ich kämpfe um mein Leben", steht darüber. Ein Spruch, den man halt mal so hinschreibt, mit einem Augenzwinkern.

Am Mittwochnachmittag kämpft die Jugendliche tatsächlich um ihr Leben - und verliert. Sie wird brutal ermordet, mit nur 14 Jahren. Kein Augenzwinkern mehr, nur noch tiefe Trauer, Fassungslosigkeit und die eine große Frage: warum?

Mord in Berlin-Alt-Hohenschönhausen

Ein fünfstöckiger Wohnblock in der Plauener Straße im Berliner Stadtteil Alt-Hohenschönhausen. Eine ruhige Seitenstraße im Osten der Hauptstadt, grüner Hinterhof, um die Ecke eine Baustelle, neue Wohnungen sollen hier bald stehen. In einem der alten grau getünchten Wohnblocks lebt Fiona mit ihrer Mutter in einer Wohnung. Gegen halb sechs bietet sich der Frau dort ein grausiger Anblick.

Ihre 14-jährige Tochter ist schwer verletzt, sie blutet stark. Sofort wählt sie den Notruf. Rettungskräfte und Polizei rasen mit Blaulicht in das Wohngebiet. Sanitäter versuchen, das Mädchen wiederzubeleben. Es muss der Mutter ewig vorkommen. Die Reanimationsversuche bleiben am Ende erfolglos. Fiona erliegt ihren schweren Verletzungen.

Schnell kommt der Verdacht auf, dass die 14-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Weitere Streifenwagen fahren an dem Wohnblock in Alt-Hohenschönhausen vor, ganze Mannschaftsbusse. Ermittler suchen nach Spuren in der Wohnung und außerhalb. Statt spielender Kinder im Hinterhof und schuftender Arbeiter auf der Baustelle bestimmen dunkelblaue Uniformen das Bild. Beamte befragen Anwohner, sie schauen in Mülltonnen und unter Autos nach, sie durchkämmen Gebüsche und die Umgebung. Doch weder Täter noch Tatwaffe - wahrscheinlich ein Messer - werden gefunden.

Nachdem die Leiche der Jugendlichen in der Gerichtsmedizin obduziert ist, bestätigt sich der grausame Verdacht. "Die Verletzungen deuten auf eine Gewaltverbrechen hin", erklären Polizei und Staatsanwaltschaft. Die "Bild" berichtet von mehr als 20 Stichwunden.

Polizei fahndet nach dem Täter

Wer hat die 14-Jährige umgebracht? Die Berliner Lokalzeitungen spekulieren: "Der Exfreund steht unter Verdacht", will die "B.Z." wissen. Ein Nachbar habe berichtet, am späten Mittwochnachmittag einen lauten Streit und Türenschlagen gehört zu haben, schreibt der Berliner KurierDer "Tagesspiegel" stellt die Frage, ob die Mutter ihre Tochter möglicherweise sogar selbst verletzt haben könnte. Und die "Berliner Morgenpost": "Musste die 14-Jährige sterben, weil sie bei der Rückkehr in die elterliche Wohnung einen Einbrecher überrascht hatte?"

Zu den Fragen und Vermutungen sagt ein Polizeisprecher zum stern: "Wir ermitteln in alle Richtungen." Heißt: Kein Kommentar, die Ermittlungen laufen. Eine Mordkommission hat den Fall übernommen, soll den Hintergrund der grausamen Tat klären und den Mörder des Mädchens fassen. Dabei nehmen die Beamten auch das Umfeld des Opfers unter die Lupe. Die Polizei betont aber: "Wir haben aktuell keinen konkreten Tatverdacht", auch weil in den sozialen Netzwerken zahlreiche Nutzer bereits jetzt über einen eventuellen Migrationshintergrund des unbekannten Täters fabulieren. Ob die Ermittler in Kürze mit neuen Informationen an die Öffentlichkeit gehen, ist nicht bekannt. 

Fiona, 14, wird keine Medaillen mehr gewinnen. Vor der hellblauen Haustür des Wohnblocks in Alt-Hohenschönhausen haben Berliner Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt. Und über all dem schwebt die eine große Frage: warum?

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