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77 Immobilien beschlagnahmt: Die Suche nach den verstreuten Millionen: Geldwäsche-"Puzzle" um arabischen Clan

Polizisten und Staatsanwälte checkten Konten und Grundbücher, um die Spur des Geldes zu finden. Der Verdacht: Eine arabischstämmige Großfamilie soll in großem Stil Immobilien mit gestohlenem Vermögen gekauft haben. Nun fügen sich Teile eines riesigen Puzzles zusammen.

Der Mann aus einer arabischstämmigen Großfamilie in Berlin lebte von Hartz IV und Kindergeld. Dennoch kaufte er Eigentumswohnungen und Grundstücke. Das begann kurz nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Berlin-Mariendorf im Jahr 2014, bei dem mehr als 100 Schließfächer aufgebrochen und die Räume danach gesprengt wurden. Die Beute von mehr als neun Millionen Euro tauchte bis heute nicht auf. Einer der Täter, ein Bruder des Wohnungskäufers, wurde wegen des Einbruchs 2016 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

77 Wohnungen, Häuser und Grundstücke in Berlin und Umland beschlagnahmt

Wurde das Geld aus dem Bankeinbruch für den Immobilienkauf verwendet und so in den legalen Wirtschaftskreislauf gebracht? Diese Frage trieb die Polizei um und führte zu einem der größten Verfahren zu Geldwäsche und organisierter Kriminalität. Am Donnerstag präsentierte die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt stolz erste Ergebnisse: 77 Wohnungen, Häuser und Grundstücke in Berlin und dem Umland mit einem Gesamtwert von 9,3 Millionen Euro wurden vergangenen Freitag vorläufig beschlagnahmt. Darunter soll auch eine gepachtete Kleingartenkolonie sein. Zwölf Objekte wurden durchsucht, umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

16 Menschen, die zu einer seit Jahren in Berlin lebenden arabischen Großfamilie und deren Umfeld gehören, werden der Geldwäsche beschuldigt. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, eine Anklage gibt es noch nicht, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Jörg Raupach.

Die "Heidenarbeit" hinter dem mutmaßlichen Geldwäsche-"Puzzle"

Von einem groß angelegten "Puzzle" und einer "Heidenarbeit" sprach dann auch Staatsanwalt Bernhard Mix. Konten, Konten und wieder Konten sowie Grundbücher seien gecheckt worden. Immer neue Namen von Verdächtigen seien aufgetaucht. "Es gab passende Bareinzahlungen aus dem Ausland und entsprechende Überweisungen", sagte der Staatsanwalt auf die Frage nach Strohmännern. Er rechnete auch damit, dass sich Beschuldigte aus Deutschland absetzen könnten, da sie nicht in Untersuchungshaft sind. "Darauf sind wir vorbereitet."

Die Immobilien seien jetzt unter der Zwangsverwaltung des Staates gestellt. Im besten Fall würden die Mieter es nicht merken, meinte Raupach.

Die Ermittler setzen auf das neue Gesetz zur Vermögensabschöpfung vom vergangenen Jahr. Damit kann Vermögen vorläufig sichergestellt werden, wenn die Besitzer nicht nachweisen können, dass sie es legal erworben haben. Ob die jetzt beschlagnahmten Wohnungen dauerhaft entzogen werden, entscheiden aber letztlich Gerichte. Das kann wegen der komplizierten Ermittlungen lange dauern. Für Geldwäsche sieht das Gesetz bis zu fünf Jahren Gefängnisstrafe vor.

Im aktuellen Fall liegt der Staatsanwaltschaft bereits ein Widerspruch gegen die Beschlagnahmungen vor. Wie ein Gericht darüber entscheiden wird, wird auch viel über die Qualität des neuen Gesetzes aussagen und künftige Ermittlungen beeinflussen.

100-Kilogramm-Goldmünze entwendet

Die Ermittler gehen davon aus, dass auch der spektakuläre Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro im März 2017 im Zusammenhang mit dem Clan steht. Verdächtige würden derselben Großfamilie zugerechnet, so Mix. Die Goldmünze bleibt jedoch verschwunden. Die Polizei vermutet, dass das wertvolle Stück inzwischen zerlegt wurde. Im Juni 2017 waren Haftbefehle gegen vier Verdächtige erlassen worden, inzwischen sind zwei Männer wieder auf freiem Fuß.

Zuletzt hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Dezember 2017 gesagt, es sei schwierig, in die abgeschotteten Strukturen der Clans vorzudringen. Beobachtet werde bei der organisierten Kriminalität eine Zunahme von Wirtschaftsdelikten. Die Täter versuchten, ihre kriminellen Geschäfte in legale zu überführen.

Bis zu 20 teils kriminelle Großfamilien in Berlin

Nach Definition von Polizei und Justiz gehören zur organisierten Kriminalität Geldwäsche, Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Menschenhandel und Korruption. Der Bereich sei von Gewinn- und Machtstreben bestimmt. Mehrere Täter agierten planmäßig und arbeitsteilig. Angestrebt werde Einfluss auf Politik, Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft.

In bestimmten Berliner Bezirken haben Gangs, oft arabischen Ursprungs, Straßen unter sich aufgeteilt. Zwischen Zwölf und 20 teils kriminelle Großfamilien soll es in Berlin geben, ein Teil davon ist in Neukölln zu Hause. Das Problem ist aber nicht auf Berlin beschränkt. Auch im Ruhrgebiet, in Niedersachsen und in Bremen sind die oft weit verzweigten Clans aktiv.

Viele Mitglieder dieser Großfamilien - auch mit palästinensischer oder libanesischer Herkunft - durften in Deutschland nicht arbeiten, weil sie offiziell staatenlos waren und ihr Aufenthaltstatus ungeklärt war. Kriminalität wurde zur Haupteinnahmequelle mancher Clans.

Laut Berliner Polizei richteten sich im vergangenen Jahr 14 der 68 größeren Ermittlungsverfahren zur organisierten Kriminalität gegen Banden mit arabisch-libanesischstämmigen Mitgliedern. Mehr als die Hälfte der Verdächtigen aus diesen Clans habe inzwischen einen deutschen Pass, sagte kürzlich Dirk Jacob, beim Berliner LKA zuständig für organisierte Bandenkriminalität.

Das Brandzeichen von Sarah Edmondson.
Jutta Schütz und Andreas Rabenstein / fs / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.