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Bode-Museum Berlin: Polizei rätselt: Wie konnten Diebe eine 100 Kilo schwere Goldmünze stehlen?

Dieser Raub ist ein echter Coup: Nur mithilfe einer Leiter und einer Schubkarre haben es unbekannte Diebe offenbar geschafft, eine riesige, 100 Kilo schwere Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum zu stehlen. Wie sie das anstellten, ist rätselhaft.

Spektakulärer Diebstahl in Berlin: Einbrecher haben in der Nacht zum Montag eine wertvolle Münze aus dem Bode-Museum entwendet. Wie die Polizei über Twitter mitteilte, brachen die Diebe mutmaßlich mit Hilfe einer Leiter von den angrenzenden S-Bahngleisen aus in das Gebäude ein. Die entwendete Münze sei hundert Kilogramm schwer.

Medienberichten zufolge handelt es sich um die "Big Maple Leaf". Die Sondermünze hat nach Angaben des Bode-Museums einen Nennwert von einer Million kanadischer Dollar (rund 700.000 Euro). Ihr Materialwert wird aber auf umgerechnet rund 3,7 Millionen Euro geschätzt, da sie laut Informationen des RBB aufgrund ihres hohen Feingold-Anteils als eine der reinsten Goldmünzen der Welt gilt. Sie wurde im Jahr 2007 von der Royal Canadian Mint ausgegeben und ist bei einem Durchmesser von 53 Zentimetern - etwa die Größe eines Autorades - drei Zentimeter dick. Sie ist die zweitgrößte Goldmünze der Welt; von Münzen dieser Art gibt es weltweit nur fünf Stück. "Big Maple Leaf" zeigt das Porträt der englischen Königin Elizabeth II. und auf der Rückseite der Ahornblätter, die Symbole Kanadas. Seit Dezember 2010 Teil ist die Sonderprägung Teil der Sammlung des Münzkabinetts des Museums - allerdings als Leihgabe, wie es heißt.

Polizeiwagen vor dem Bode-Museum in Berlin - eine riesige Goldmünze wurde gestohlen

Die Polizei ermittelt im Bode-Museum: Wie konnten Diebe eine 100 Kilo schwere, Autorad-große Goldmünze stehlen, ohne den Alarm auszulösen?


Wieso lösten Diebe keinen Alarm aus?

Die für Kunstdelikte zuständigen Ermittler des Landeskriminalamts Berlin haben den Fall übernommen. Der Einbruch erfolgte nach Polizeiangaben etwa gegen 3.30 Uhr. Die Diebe stiegen wohl über ein Steinpodest durch ein Fenster ein und gingen allem Anschein nach gezielt vor, sie interessierten sich nur für die außergewöhnliche Münze. Wie sie es schafften, das recht schwere Objekt scheinbar ohne großen Aufwand mitgehen zu lassen, ohne dass sie Alarm auslösten, ist bisher völlig unklar - zumal das wertvolle Stück durch Panzerglas gesichert war. Möglicherweise profitierten sie von Bauarbeiten am Museum.

Die Leiter wurde von der Polizei an den Gleisen liegend gefunden. Wie es heißt, transportierten die Täter ihre wertvolle Fracht wohl mit einer Schubkarre ab. Der S-Bahnverkehr in der Nähe des auf der Berliner Museumsinsel im Bezirk Mitte gelegenen Bode-Museums musste zeitweise wegen der Ermittlungen gestoppt werden.

Ermittler: Goldmünze wird wohl eingeschmolzen

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, schätzen die Ermittler die Chancen darauf, dass diese ganz besondere Münze wiedergefunden wird, als eher gering ein. Sie gehen davon aus, dass die "Big Maple Leaf" wegen ihres Materialwertes baldmöglichst eingeschmolzen wird.


dho mit / AFP
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