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Berlin: Terrorverdächtiger Syrer festgenommen: Soll Sprengstoffanschlag geplant haben

Wegen Terrorverdachts ist ein 26 Jahre alter Syrer in Berlin festgenommen worden. Er soll einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Außerdem soll er in einer Chatgruppe Anleitungen zum Bau von Waffen und zum Herstellen von Sprengstoff ausgetauscht haben.

Staatsanwalt: Syrer in Berlin wegen Terrorverdachts verhaftet

In Berlin haben Spezialkräfte am Dienstag in Berlin einen Syrer festgenommen, der einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben soll. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 26-Jährigen – dessen Alter zuvor mit 37 angegeben wurde – vor, sich seit Januar 2019 Bauteile und Chemikalien für den Bau einer Sprengvorrichtung besorgt zu haben, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Die Bombe sollte demnach zu einem unbekannten Zeitpunkt an einem unbekannten Ort gezündet werden, um möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzen.

Der Vorwurf lautet auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Im August und September 2019 soll der Mann unter anderem Aceton und Wasserstoffperoxidlösung gekauft haben. Beide Chemikalien werden für die Herstellung des hochexplosiven Sprengstoffs Triacetontriperoxid (TATP) benötigt. Die Bundesanwaltschaft erklärte, der Verdächtige habe eine radikal-islamistische Einstellung.

Verdächtiger tauschte sich in Chatgruppe aus    

Es sei daher anzunehmen, dass der 26-Jährige beabsichtigt habe, diesen Sprengstoff herzustellen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Der Mann wurde auf Grundlage eines Haftbefehls des Amtsgerichts Tiergarten festgenommen. Seine Wohnung wurde auf Anordnung des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof durchsucht.

Laut der Berliner Generalstaatsanwaltschaft soll der Mann auch seit dem Frühjahr in neun Fällen in einer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat nahestehenden Chatgruppe Anleitungen zum Bau von Waffen und zum Herstellen von Sprengstoff ausgetauscht haben. Zweck des Chats soll der Behörde zufolge die Vorbereitung von Terroranschlägen gewesen sein.

Die ausgetauschten Anleitungen hätten sich auf die Herstellung von Plastiksprengstoff, Paket- und Magnetbomben sowie Türfallen mit Explosivstoffen, Kalaschnikow-Sturmgewehre vom Typ AK-47, Maschinenpistolen und weitere Schusswaffen bezogen, erklärten die Berliner Ermittler. Ermittelt wird hier wegen des Verdachts der Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Sprengstoff TATP hat hohe Wucht

Der 26-Jährige arbeitete als Reinigungskraft an einer Grundschule in Berlin, wie ein Sprecher des Berliner Innensenats der Nachrichtenagentur AFP sagte. Davor war er demnach im Bode-Museum in der Hauptstadt angestellt. Weitere Details nannte der Sprecher mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht.

Das ARD-Hauptstadtstudio berichtete, der Festgenommene sei seit Monaten im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. Das Berliner Landeskriminalamt habe die Ermittlungen an das Bundeskriminalamt übergeben. Erste Hinweise auf den Mann habe der Verfassungsschutz von einem ausländischen Geheimdienst erhalten. Der Zugriff sei durch die GSG 9 erfolgt. Die Berliner Staatsanwaltschaft machte dazu zunächst keine Angaben.

Der Sprengstoff TATP lässt sich mit sehr einfachen Mitteln herstellen, ist billig und hat eine hohe Wucht. Das alles macht ihn attraktiv für Terroristen. Im Nahen Osten ist TATP auch bekannt als "Mutter des Satans". Benutzt wurde es unter anderem bei den Terroranschlägen in Paris 2015.

rw / DPA / AFP