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Berlin: Lebenslang für Polizistenmörder

Der Berliner Polizist Uwe Lieschied wollte im März 2006 einen 40-Jährigen Kurden kontrollieren. Doch dieser versuchte zu fliehen und erschoss den Familienvater. Der Polizistenmörder muss nun lebenslang ins Gefängnis

Der Mörder des Berliner Polizisten Uwe Lieschied ist zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht in der Hauptstadt sah es als erwiesen an, dass der 40-jährige Kurde den Polizeihauptkommissar im März 2006 im sozialen Problembezirk Neukölln erschossen hatte, weil er einer Kontrolle entkommen wollte. Der 42-jährige Zivilfahnder wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen. Er lag mehrere Tage im Koma, bevor er starb.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Eine besondere Schwere der Schuld stellte das Gericht allerdings entgegen einer Forderung der Anklage nicht fest. Der Entschluss zu der Tat sei innerhalb weniger Sekunden gefallen, urteilte das Gericht zu Gunsten des Täters. Somit hat der Verurteilte die Chance, nach 15 Jahren auf Bewährung aus dem Gefängnis zu kommen.

Der Tod des Polizisten hatte Berlin erschüttert. Mehrere tausend Menschen nahmen damals mit einem bewegenden Trauermarsch durch die Hauptstadt Abschied. Lieschied hat eine Frau und zwei Söhne hinterlassen. Der verurteilte Mörder hatte im Prozess ein früheres Geständnis widerrufen und seine Unschuld beteuert. Ein Komplize wurde wegen schweren Raubes zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Die Berliner CDU-Fraktion begrüßte die "harte Strafe". Damit könnten jedoch nicht der Schmerz und der Verlust der Familie gelindert werden, sagte der innenpolitische Sprecher Frank Henkel. Der Mord habe deutlich gemacht, dass Polizeibeamte jeden Tag Kopf und Kragen für die Sicherheit in der Stadt hinhielten.

DPA / DPA
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