Berliner Charité Die Mordspur der Krankenschwester


Die Krankenschwester an der Berliner Charité hat vielleicht noch weitere Patienten getötet. Die Staatsanwaltschaft prüft die Akten von 15 Todesfällen. Die 54-Jährige hat zwei Taten eingeräumt.

Nach dem Mordverdacht an der Berliner Charité wird das Universitätsklinikum die Akten von weiteren 15 Todesfällen aus den vergangenen zwei Jahren an die Staatsanwaltschaft übergeben. Sie sind von Patienten, die während der Dienstzeit der unter Mordverdacht stehenden Krankenschwester gestorben seien, sagte der Direktor des betroffenen Centrums für Innere Medizin, Professor Gert Baumann. Diesen Schritt habe er selber der Staatsanwaltschaft vorgeschlagen, um den Fall "restlos" aufzuklären.

"Ablauf der Taten" gestanden

Der 54 Jahre alten Krankenschwester wird vorgeworfen, zwei schwer kranke Patienten des europaweit größten Universitätsklinikums durch eine Medikamenten-Überdosis getötet zu haben. Die Frau hat laut Staatsanwaltschaft den "Ablauf beider Taten" auf der Intensivstation der Kardiologie gestanden. Die Klinikleitung hatte Verdacht geschöpft und in dieser Woche die Staatsanwaltschaft informiert.

Noch ist allerdings unklar, ob die Krankenschwester möglicherweise weitere Patienten getötet hat. Ein dritter Fall wird bereits von der Staatsanwaltschaft untersucht. Nun sollen die weiteren 15 Akten mehr Klarheit schaffen. Die Charité bemühe sich um restlose Aufklärung für die zehnjährige Dienstzeit der Krankenschwester, sagte Baumann.

Charité will 130 Fälle untersuchen

Am Vortag hatte die Charité angekündigt, rund 130 Todesfälle auf der Intensivstation der Kardiologie seit Juni 2004 genauer zu untersuchen. Eine erste Durchsicht der Unterlagen ergab, dass während der Dienstzeit der jetzt inhaftierten Krankenschwester 15 Patienten in den letzten zwei Jahren gestorben sind. Diese Fälle sollen nun der Staatsanwaltschaft zur Prüfung übergeben werden, sagte Baumann.

DPA DPA

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