HOME

Dschihadist aus Berlin: Totgesagter Reda Seyam lebt noch

Im November kam die Meldung, der Deutsch-Ägypter Reda Seyam sei tot. Nun sagte sein Sohn, dass sich Seyam noch immer im Nordirak aufhalte.

Von Jan Rosenkranz

Reda Seyam vor der neuen DITIP Zentral-Moschee in Köln-Ehrenfeld im Mai 2012

Reda Seyam vor der neuen DITIP Zentral-Moschee in Köln-Ehrenfeld im Mai 2012

Der Deutsch-Ägypter Reda Seyam steht nach Recherchen des sterns weiter im Dienst der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Mitte Dezember hatte unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" den Tod des Berliner Salafisten vermeldet. Der bekennende Al-Kaida-Sympathisant, der zuletzt als eine Art regionaler Bildungsminister des IS fungiert habe, sei bei Gefechten nahe der nordirakischen Stadt Mossul ums Leben gekommen.

Nach stern-Informationen hält sich Seyam noch immer im Nordirak auf. Das bestätigen dessen ältester Sohn T. und ein Freund der Familie. Auch deutsche Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der Dschihadist am Leben ist. Man habe erst kürzlich Lebenszeichen von ihm abgefangen, heißt es aus Geheimdienstkreisen.

Trauerfeierlichkeiten bereits begonnen

Seyam selbst habe von seinem angeblichen Ableben in einem Skype-Telefonat mit seiner zweiten Ehefrau erfahren, sagt dessen ältester Sohn. Er lebt mit seiner Mutter und sechs Geschwistern in Berlin-Charlottenburg. Zwei Tage nach den ersten Berichten hatten dort bereits die Trauerfeierlichkeiten begonnen.

Für die Sicherheitsbehörden ist der Mittfünfziger kein Unbekannter. Radikalisiert zu Zeiten des Bosnien-Krieges, wirbt Seyam seit mehr als 20 Jahren als Propagandist für den "Heiligen Krieg". 2002 stand er in Verdacht, zu den Hintermännern des Terroranschlags auf der Ferieninsel Bali zu gehören.

Themen in diesem Artikel