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Anklage erhoben: Berliner U-Bahn-Treter soll vor Frauen masturbiert haben

Dem U-Bahn-Treter Swetoslaw S. wird nun auch Exhibitionismus vorgeworfen. Zweimal soll der 27-Jährige laut einem Medienbericht vor Frauen masturbiert haben.

Der Moment der brutalen Attacke: Ein nun namentlich bekannter Mann tritt eine junge Frau von hinten die Treppe hinunter

Der Moment der brutalen Attacke: Swetoslaw S. tritt einer jungen Frau von hinten in den Rücken, sie stürzt die Treppe hinunter

Ein halbes Jahr nach einem brutalen Fußtritt gegen eine Frau auf der Treppe eines Berliner U-Bahnhofs ist der mutmaßliche Gewalttäter Swetoslaw S. angeklagt worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Hauptstadt am Dienstag mitteilte, wird dem 27-Jährigen gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Dafür liegt der Strafrahmen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Die Attacke hatte bundesweit Bestürzung hervorgerufen. Der mutmaßliche Treppentreter soll in einer Nacht Ende Oktober 2016 unvermittelt eine ahnungslose Passantin mit einem Fußtritt in den Rücken so attackiert haben, dass sie eine Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße hinunterstürzte. Die 26-Jährige erlitt einen Armbruch und eine Platzwunde am Kopf. 

Das ist aber noch nicht alles. Wie es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt, werden ihm darüber hinaus "exhibitionistische Handlungen in zwei Fällen" vorgeworfen. Nach Informationen des "Berliner Kuriers" soll der Mann sich vor zwei Frauen nicht nur entblößt, sondern vor ihnen auch masturbiert haben.

Swetoslaw S. sitzt in Untersuchungshaft. Er war zunächst untergetaucht und wurde daraufhin mit Haftbefehl gesucht. Während viele den Mann noch in seiner bulgarischen Heimat vermuteten, wurde er kurz vor Weihnachten gefasst, als er auf dem Zentralen Omnibusbahnhof aus Südfrankreich in der Hauptstadt ankam. 

Die Attacke war von einer Videokamera aufgezeichnet worden. In Berlin sind alle U-Bahnen und U-Bahnhöfe sowie Straßenbahnen und die meisten Busse mit Videokameras ausgestattet.

Forderungen nach mehr Videoüberwachung

Bei der Festnahme war den Ermittlern der Zufall zu Hilfe gekommen. Wegen einer großen Präventionskampagne gegen Taschendiebe waren viele Polizisten zufällig in der Nähe des Busbahnhofs. Zivile Fahnder baten um Unterstützung, einige uniformierte Kollegen verstärkten dann schnell die Einsatztruppe am Busbahnhof. 

Nach der Attacke waren erneut Forderungen nach mehr Videoüberwachung laut geworden. Der Bund deutscher Kriminalbeamter argumentierte, Überwachungskameras könnten Täter abschrecken. 

Auf den Bildern waren vier junge Männer zu sehen. Nachdem die Polizei nach wochenlangen Ermittlungen die Bilder veröffentlichte, war Bewegung in den Fall gekommen. 

Zunächst war ein jüngerer Bruder des Verdächtigen festgenommen worden. Er kam aber wieder frei, weil ihm keine unmittelbare Tatbeteiligung nachzuweisen war. Wenig später hatten die Ermittler Klarheit über die Identität des mutmaßlichen Haupttäters. Ermittelt worden war zunächst gegen drei Brüder und einen Kumpel von ihnen. 

Berliner U-Bahn-Treter: Polizei fahndete mit diesem Video nach Gewalttätern


car / DPA
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