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Berufswunsch Meisterbetrüger: Die unglaubliche Geschichte des falschen Piloten

Der berühmte Hochstapler Frank Abagnale ist sein Vorbild. Tatsächlich muss sich der Italiener Andrea P. nicht hinter seinem Idol verstecken. Monatelang hielt er Passagiere und Flugpersonal zum Narren.

Von Ina Linden

Ein Pilot betritt den Flughafen von Miami, blond, blutjung, in jedem Arm eine Stewardess, flankiert von sechs weiteren. Die jungen Frauen kichern, plaudern und werfen dem schneidigen Flugkapitän verliebte Blicke zu. Während die quirlige Riege zu ihrem Gate eilt, ist ihr die Aufmerksamkeit der Passagiere gewiss.

Der Frauenheld heißt Frank Abagnale, im Film "Catch me if you can" gespielt von Hollywood-Star Leonardo di Caprio. Nur, dass er kein Pilot ist, sondern ein Hochstapler, ein meisterhafter Betrüger, der tausende von Meilen in der Luft verbrachte, bevor die Maskerade aufflog.

Der 32-Jährige wurde ein Pilot in allen Lebenslagen

Was wie eine einmalige Geschichte klingt, hat sich in Italien gerade wiederholt. "Ich wollte wie Frank Abagnale sein", sagt Andrea P. Tatsächlich ist es ihm gelungen, sein Idol nachzuahmen. Und das, obwohl das heutzutage wesentlich schwieriger ist, als es Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre der Fall war, also in jener Zeit, in der Abagnale als falscher Pilot und Scheckbetrüger sein Unwesen trieb.

Der 32-jährige Italiener war im April im Cockpit einer Maschine der Air-Dolomiti, einer Tochter der Lufthansa, von München nach Turin gefolgen als "dritter Pilot" auf dem sogenannten Jump Seat hinter den richtigen Flugkapitänen. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Mann erst an Bord als Kapitän ausgab und die Crew täuschte, sagte ein Münchner Flughafensprecher. "Gehen Sie davon aus, dass er sich ein Ticket gekauft hat".

Der Flughafen Turin-Caselle war seine Bühne

Erst am Freitag ging er am Flughafen Turin-Caselle den Ermittlern ins Netz. Allerdings gibt es nach Angaben der Lufthansa Hinweise, dass der Mann schon häufiger im Führerstand mitflog.

Dabei ist diese ergaunerte Reise nicht das wirklich Aufsehenerregende an dem Kriminalfall. Beachtlich ist, mit welch hoher krimineller Energie P. es schaffte, das Leben eines Piloten in all seinen Facetten zu leben. Nach Angaben der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" fälschte er einen Pilotenausweis, ein Air-Dolomiti-Namensschild und besorgte sich eine Uniform. Dann machte er den Flughafen Turin-Caselle zu seiner Bühne, lief geschäftig vom Eingangsbereich bis zu den Check-In-Schaltern, ließ sich mit Touristen fotografieren, schäkerte mit jungen Frauen. Niemand fiel auf, dass der Ausweis gefälscht und die Abzeichen auf seiner Jacke nur angetackert waren.

Auf Facebook erfand er eine virtuelle Stewardess

Der Arbeitslose brachte im Web eine getürkte Pressemitteilung in Umlauf, in der er sich als "einer der jüngsten Piloten der Lufthansa-City-Line" bezeichnete und als ein "optimales Investment in die Zukunft". Als ein Flugingenieur den Schwindel aufdeckte, gab sich P. flugs eine neue Idenität: Aus Andrea P. wurde Andrea Sirlo. Den Namen hatte der Hochstapler bei seinen Spaziergängen auf seinem "Heimatflughafen" entdeckt. Sirlo bezeichnet einen Korridor, der auf den Lageplänen des Airports vermerkt ist – für jeden sichtbar und den dort arbeitenden Menschen wohl bekannt.

Von nun an untermauerte "Sirlo" sein Pilotendasein akribisch mit Fakten. Auf seiner Facebook-Seite gab er Geschichten von seinen Reisen zum Besten und erfand die Stewardess Elena Tirrino, mit der er aus dem Nähkästchen chattete. "Hej Andrea, ab morgen fliege ich für vier Tage in Deiner Crew mit!!!! Schönen Sonntag noch", schreibt die virtuelle Dame in einem Post. Auf Facebook veröffentlichte "Sirlo" auch das Video, das er von seinem Flug als dritter Pilot auf der Strecke von München nach Turin von sich aufgenommen hatte. Breit grinsend. 450 "Freunde" verfolgten die Lügengeschichten.

Ist der Hochstapler öfters geflogen?

Von seinem "Job" verstand P. hingegen wenig. Er habe wohl mit einem Flugsimulator geübt, hieß es bei der Turiner Polizei. Ermittler fanden in seiner Wohnung ein kleines Handbuch für Piloten. Das war alles.

Wer weiß, wie lange "Andrea Sirlo" weiter gepostet, geflirtet und vielleicht sogar geflogen wäre, hätte ein Polizeibeamter es nicht geschafft, sich mit ihm auf Facebook anzufreunden. Nachdem er die Fotos gesehen hatte, schlug er Alarm. Doch ob der junge Hochstapler tatsächlich nur einmal als Pilot ein Cockpit unsicher gemacht hat, ist längst nicht geklärt: Außer dem Video findet sich auf Facebook auch ein Band, auf dem Andrea P.'s Stimme zu hören ist. "Kapitän" Sirlo begrüßt darin seine Passagiere – auf dem Flug von Malpensa nach Frankfurt.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.