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Berufungsprozess: Sprayer "OZ" muss sich vor Gericht verantworten

Mit seinen Graffiti ist er zu einem Wahrzeichen Hamburgs geworden und sollte Kunstfreiheit genießen - findet "OZ"s Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders und will den 62-Jährigen wegen Sachbeschädigung hinter Gittern sehen.

Hamburgs bekanntester Sprayer "OZ" steht mal wieder vor Gericht. Insgesamt verbrachte der 62-Jährige schon rund acht Jahre hinter Gittern. Der Grund: Sachbeschädigung mit seinen typischen Graffiti.

Zuletzt hatte ihn das Amtsgericht Barmbek im Juli vergangenen Jahres zu 14 Monaten Haft verurteilt. Seit Donnerstag muss er sich in einem Berufungsprozess vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Der notorische Sprayer hat laut Staatsanwaltschaft zwischen 2008 und 2010 in elf Fällen Schriftzüge und Symbole an Hauswände, Ampelmasten oder Stromkästen gesprüht.

Mehr als 120.000 Graffiti in Hamburg gehen angeblich auf sein Konto. Längst sei "OZ" deswegen ein Wahrzeichen der Hansestadt und sogar über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, sagte sein Verteidiger am Donnerstag. Durch die Anklage werde nun unter anderem ein buntes Graffito auf einem vorher tristen Bunker kriminalisiert.

Der Verteidiger berief sich auf die Kunstfreiheit und forderte einen Freispruch für seinen Mandanten. "OZ" lasse sich durch eine erneute Haftstrafe ohnehin weder resozialisieren noch abschrecken. Die Staatsanwaltschaft fordert eine deutlich höhere Haftstrafe.

hw/DPA / DPA