HOME

Falsche Rapper: Sie kamen stilecht im Rolls Royce: Betrüger geben sich als Wu-Tang Clan aus und prellen Luxushotels

Die Hotels rochen wohl schon das leicht verdiente Geld – und tappten blind in die Falle: In den USA gaben sich Hochstapler als Mitglieder des berühmten Wu-Tang Clans aus und logierten in besonders teuren Adressen der Stadt. Geld sahen die Unterkünfte jedoch nie.

Wu Tang Clang - Betrüger prellen Luxushotels

Etwas in die Jahre gekommen, aber immerhin die echten Rapper: Mitglieder des Wu-Tang Clans bei einem Event in New York

Picture Alliance

Eines muss man ihnen lassen: Ihr Auftreten muss ziemlich überzeugend gewesen sein. In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia haben Hochstapler zwei Luxushotels der Stadt im großen Stile betrogen. Und nicht nur die: Auch ein Autovermieter sowie zwei Aufnahmestudios blieben auf offenen Rechnungen im fünfstelligen Bereich sitzen. Erst als einem Hotelmitarbeiter in Augusta Zweifel kamen, flog die Masche der Kriminellen auf. Nun ermittelt das FBI.

Wie unter anderem die Tageszeitung "Atlanta Journal-Constitution" berichtet, hatten sich die Betrüger gegenüber den Hotels als Mitarbeiter der einst von Rap-Milliardär Jay-Z gegründeten Künstleragentur Roc Nation ausgegeben, die Zimmer für ihre Stars buchen wolle. In mindestens einem Fall gaben die Hochstapler demnach vor, im Auftrag des weltbekannten Wu-Tang Clans, einer Hip-Hop-Gruppe aus New York, zu handeln. Und die Hotels – offenbar das leicht zu verdienende Geld schon riechend – hakten nicht weiter nach. Ein Fehler. 

Mitglieder des Wu-Tang Clans als Gast? Nur einem Hotel kommen Zweifel

Allein dem "Georgian Terrace Hotel", wo einst die Film-Crew des Klassikers "Vom Winde verweht" gastierte, sei durch die unbezahlten Rechnungen ein Schaden von 45.000 Dollar (etwa 41.000 Euro) entstanden. Im Fall des "Hyatt Regency Atlanta" waren es umgerechnet knapp 36.000 Euro.

Um keine Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit aufkommen zu lassen, dachten die Betrüger sogar einen Schritt weiter. So fuhren sie laut dem "Atlanta Journal-Constitution" jeweils stilecht in einem Rolls Royce Phantom vor – der allerdings auch nur gemietet war. 60.000 Dollar (rund 55.000 Euro) ließen sich die Hochstapler den Spaß "kosten", bezahlt wurde aber auch diese Rechnung nicht. Daneben warteten zudem zwei angemietete Aufnahmestudios in Atlanta vergeblich auf die Begleichung von 17.000 Dollar (circa 15.500 Euro).

Es kam, wie es kommen musste

Die Masche flog dem Bericht nach erst in Augusta, etwa 250 Kilometer östlich von Atlanta gelegen, auf. Dort wollte die beiden Köpfe der Kriminellen zehn Zimmer im "Fairfield Inn Suites" buchen – erneut im angeblichen Auftrag von Roc Nation. Das Hotel aber traute den Angaben nicht, der Sales Manager des Hauses fragte daraufhin persönlich bei der Künstleragentur nach, die die Beauftragung dementierte.

So kam es, wie es kommen musste: Als die beiden Hochstapler einchecken wollten, klickten stattdessen die Handschellen. Dabei stellte sich zudem heraus, dass zwei Begleiter der Männer eigentlich Obdachlose sind. Demnach hatten die Betrüger sie als Fake-Bodyguards eingestellt. 

Quelle: "Atlanta Journal-Constitution"

mod