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Bischofsheim in Hessen: Kosmetika, Alkohol und Honig: Polizisten sollen sich in Asservatenkammer bedient haben

Gleich mehrere Polizeibeamte sollen im hessischen Bischofsheim sichergestellte Waren wie Alkohol und Kosmetika aus einer Asservatenkammer entwendet haben. Die Beschuldigten, darunter der Leiter der Station, wurden versetzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.  

Bischofsheim - Polizei - Asservatenkammer

Blick in eine Asservatenkammer der Polizei (Symbolbild)

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Im hessischen Bischofsheim sollen sich gleich mehrere Beamte, darunter auch der Leiter der dortigen Polizeistation, unrechtmäßig an sichergestellten Asservaten bedient haben und daraufhin versetzt worden sein. Dies geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung des Staatsanwaltschaft Darmstadt und des Polizeipräsidiums Südhessen vom Samstagmittag hervor. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

In besagter Polizeistation habe ein "größerer Personalwechsel" stattgefunden, heißt es in dem Schreiben zunächst eher unspektakulär. In diesem Zuge seien die Stationsleitung sowie Beamtinnen und Beamte des Streifen- und Ermittlungsdienstes umgesetzt worden. Was den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen konkret vorgeworfen wird, ist erst in einer späteren Passage zu lesen – und die hat es in sich.

Asservate spurlos verschwunden – Staatsanwaltschaft ermittelt

Demnach sollen sich die Beamten der "unsachgemäßen Verwertung von Asservaten" schuldig gemacht haben. Hintergrund entsprechender Ermittlungen sei, "dass in einem Verfahren sichergestellte Kosmetika, Alkoholika, Süßigkeiten wie auch Honig nicht mehr auffindbar sind und möglicherweise mitgenommen wurden", heißt es weiter. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittele gegen die Beschuldigten wegen des "Verdachts der Unterschlagung und des Verwahrungsbruchs". Zudem seien disziplinarische Ermittlungen gegen die inzwischen versetzten Beamten eingeleitet worden. Die betroffene Polizeistation habe zudem einen neuen Leiter.

Laut der Pressemitteilung hatte die Behördenleitung des Polizeipräsidiums Südhessen Anfang August dieses Jahres Kenntnis über den Sachverhalt erhalten, der sich bereits im Herbst 2018 zugetragen haben soll. Daraufhin sei unmittelbar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden.

Wie viele Polizisten konkret im Fokus der Ermittlungen stehen und wie hoch der Wert der entwendeten Asservate ist, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Laut "Bild"-Bericht sollen insgesamt 23 Polizisten und Polizistinnen beschuldigt werden und versetzt worden sein. Den angeblichen Wert der Asservate beziffert das Blatt mit 8000 bis 10.000 Euro.

Quellen: Polizeipräsidium Südhessen / "Bild"-Zeitung (Bezahlinhalt)

mod