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Erfolg nach Öffentlichkeitsfahndung: Missbrauchsopfer identifiziert - mutmaßlicher Kinderschänder festgenommen

Die Ermittler gingen einen außergewöhnlichen Weg - und hatten Erfolg: Nach der Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos eines missbrauchten Mädchens hat das BKA das Kind identifiziert und den mutmaßlichen Täter festgenommen. Er stammt aus dem engen Familienumfeld.

Öffentliche Fahndung wegen sexuellen Kindesmissbrauchs erfolgreich beendet

Die Öffentlichkeitsfahndung sei "erfolgreich beendet", teilte das BKA mit - Opfer und Täter seien identifiziert worden (Symbolbild)

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Nur Stunden nach einer aufsehenerregenden Fahndung mit Fotos eines missbrauchten kleinen Mädchens haben die Ermittler nach eigenen Angaben Opfer und Täter identifiziert und einen Verdächtigen festgenommen. Nach Aussage von Oberstaatsanwalt von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität handelt es sich bei dem Mann um einen 24-Jährigen aus dem engen persönlichen Umfeld des Opfers. Er stamme aus dem niedersächsischen Landkreis Wesermarsch und sei deutscher Staatsbürger. Das Mädchen sei ebenfalls Deutsche und vier Jahre alt.

Generalstaatsanwaltschaft kündigt weitere Details an

Dem Kind gehe es den Umständen entsprechend gut, erklärte Ungefuk der  . Es sei von einem Polizeipsychologen untersucht worden und wieder in elterlicher Obhut, sagte er der "Bild"-Zeitung. Dem Blatt zufolge erfolgte die Festnahme in Niedersachsen. Mutter, Tochter und die Großeltern des Kindes hätten sich auf einer Polizeiwache gemeldet und den mutmaßlichen Täter angezeigt. Ungefuk wollte dies im Gespräch mit der DPA am Montagabend nicht kommentieren.

Das nannte bislang noch keine Details zu dem Kind und zum Tatverdächtigen. Heute will die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung Näheres bekanntgegeben. Das Social-Media-Team des BKA bat darum, Bilder des Kindes, die während der Fahndung online geteilt wurden, aus Gründen des Opferschutzes nun zu löschen. 


Wie es am Montagvormittag geheißen hatte, soll der bis dahin noch unbekannte Beschuldigte das ebenfalls bis dahin unbekannte Kind zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht haben. Er soll Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs gemacht und diese anschließend auf einer kinderpornografischen Plattform im sogenannten Darknet verbreitet haben. Ungefuk hatte den ungewöhnlichen Schritt, Fotos vom Opfer zu veröffentlichen, am Montag folgendermaßen begründet: "Das ist die letzte Maßnahme, um den Täter zu identifizieren. Darauf greifen wir nur zurück, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht zum Ziel geführt haben." Zudem sei Dringlichkeit geboten. "Wir gehen davon aus, dass das Kind weiter dem Zugriff des Täters ausgesetzt ist", hatte er gesagt.

Ähnliche Fahndung war im Juli erfolgreich

Die Kinderporno-Szene spielt sich nach Einschätzung von Ermittlern mittlerweile überwiegend im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, ab. Dort können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Dieser Bereich des Internets wird von Menschen genutzt, die viel Wert auf Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben - aber auch von Kriminellen.

In einem anderen Fall waren Ermittler erst im Juli über ein Foto eines auf die Spur von Verdächtigen gekommen - eine Lehrerin aus Wien hatte das sieben Jahre alte Mädchen schließlich erkannt. Der Vater soll in dem Fall seine Tochter und ihren zwei Jahre jüngeren Bruder über Jahre schwer sexuell missbraucht und dies auch gefilmt haben. Zudem soll er seine Kinder über eine inzwischen zerschlagene Darknet-Plattform mindestens an zwei andere Männer vermittelt haben.

Pädophile bewegen sich aber auch im frei zugänglichen Netz, um dort in der Masse unterzutauchen. Ebenfalls im Juli war ein loses Szene-Netzwerk mit Dutzenden Verdächtigen aufgeflogen, das Material über den legalen Onlinedienst "Chatstep" ausgetauscht hatte.


mad/fs/DPA