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Blutbad in Indien: Mindestens 65 Tote bei Anschlag auf Nachtzug

Bei einem Anschlag auf einen indischen Zug sind mindestens 65 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Der Zug entgleiste in der Nacht zum Freitag im Unionsstaat West-Bengalen in einem Gebiet, in dem maoistische Rebellen aktiv sind.

Bei einem Anschlag auf einen indischen Zug sind mindestens 65 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Der Zug entgleiste in der Nacht zum Freitag im Unionsstaat West-Bengalen in einem Gebiet, in dem maoistische Rebellen aktiv sind. Ein entgegenkommender Güterzug fuhr auf drei der 13 entgleisten Wagen auf. Überlebende berichteten, erst nach mehr als drei Stunden hätten Rettungskräfte den Unglücksort erreicht.

Über die genaue Ursache für das Entgleisen des Zuges herrschte zunächst Unklarheit bei den Sicherheitsbehörden. Während einige Ermittler von einer Bombenexplosion sprachen, die den Zug von den Gleisen geworfen habe, sprachen andere von einer Sabotage an den Schienen.

Noch zehn Stunden nach dem Unglück bemühten sich Rettungskräfte, mindestens ein Dutzend in dem Wrack eingeklemmte Überlebende mit Schneidbrennern zu befreien. Verletzte wurden mit Hubschraubern in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Innenminister von West-Bengalen, Samar Ghosh, gab die Zahl der bestätigten Todesopfer mit 65 an.

Der Nachtzug war auf dem Weg von Kalkutta nach Kurla. Er entgleiste in einer ländlichen Gegend rund 150 Kilometer südlich von Kalkutta. Die Region gilt als Hochburg der als Naxaliten bekannten Rebellen, die in den vergangenen Monaten mehrfach Anschläge verübt haben. Sie haben zudem zu einem viertägigen Generalstreik ab Feitag aufgerufen.

Der Polizeichef von West-Bengalen, Bhupinder Singh, erklärte, in der Nähe des Tatortes seien Poster einer Gruppe mit dem Namen Volkskomitee gegen Polizeigrausamkeiten gefunden worden, in der sich die Gruppe zu dem Anschlag bekenne. Die Organisation soll eng mit den maoistischen Rebellen verbunden sein. Ein Sprecher der Gruppe wies diese Angaben in einem Gespräch mit der indischen Nachrichtenagentur PTI zurück. "Wir haben in keiner Weise damit zu tun. Das ist nicht unsere Tat", wird Sprecher Asit Mahato von der PTI zitiert.

Anfang Mai wurden bei einem Überfall der Naxaliten auf einen Bus in Zentralindien 31 Polizisten und Zivilpersonen getötet. Sie sind nach dem Dorf Naxalbari bei Kalkutta benannt, in dem die Bewegung 1967 gegründet wurde. Nach Angaben des indischen Innenministeriums sind sie in 20 Unionsstaaten aktiv und verfügen über 10.000 bis 20.000 Kämpfer. Sie fordern Landbesitz für Arbeiter und Arme und orientieren sich in ihrem Kampf nach eigenen Angaben an dem chinesischen Revolutionsführer Mao Tse Tung.

APN / APN
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