Blutbad in Rostock Messerstecher hörte "Stimmen aus dem Kosmos"


Der Amokläufer von Rostock wird wahrscheinlich in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Der Mann hatte zwei Menschen mit einem Messer getötet und einen Polizisten verletzt, bevor ein Schuss ins Bein ihn stoppte. Laut Zeugen hatten "Stimmen aus dem Kosmos" ihm die Tat befohlen.

Nach der tödlichen Messerattacke auf zwei Menschen in Rostock am Sonntag verdichten sich die Hinweise auf einen psychisch gestörten Täter. "Über das genaue Motiv lässt sich noch nichts sagen. Der Mann ist aber wohl ziemlich durchgeknallt", sagte der Rostocker Oberstaatsanwalt Peter Lückemann. Er ist daher womöglich nicht schuldfähig.

Im Laufe des Tages werde der 51-Jährige voraussichtlich in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen, eine abschließende Entscheidung stehe bis zur Obduktion der beiden Opfer allerdings noch aus. Der Mann hatte am Sonntag in einer Neubausiedlung der Hansestadt willkürlich zwei Menschen erstochen und einen Polizeibeamten schwer verletzt.

Die Bluttat sei offensichtlich nicht geplant gewesen, sagte Lückemann. Zeugen hätten ausgesagt, dass der Mann "Stimmen aus dem Kosmos" gehört habe, die ihm die tödlichen Angriffe befohlen hätten.

"Wie wild auf sie eingestochen"

Zunächst stach der Mann kurz nach 14 Uhr mit einem etwa 15 Zentimeter langen Küchenmesser ohne erkennbaren Grund immer wieder auf einen 67 Jahre alten Mann ein, ließ ihn hilflos liegen und kehrte in seine in unmittelbarere Nähe gelegene Wohnung zurück, wie Lückemann mitteilte. Als eine 66-jährige Zeugin dem Opfer zu Hilfe geeilt sei, sei der Täter wieder aus der Wohnung gekommen und habe "wie wild auf sie eingestochen", sagte Lückemann. Beide Verletzten starben.

Als die von Anwohnern alarmierte Polizei im Stadtteil Groß Klein eintraf, sprang der Angreifer vom Balkon seiner Wohnung im ersten Obergeschoss und stieß einem Beamten das Messer in die Brust. Ein weiterer Beamter gab den Ermittlungen zufolge zunächst Warnschüsse ab und stoppte den 51-Jährigen schließlich mit einem Schuss in den Oberschenkel. Der Polizist ist offenbar nicht lebensgefährlich verletzt.

APN/DPA/AFP DPA

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