Blutbad von Sittensen Suche nach neuem Verdächtigen

Im Zusammenhang mit dem siebenfachen Mord im China-Restaurant "Lin Yue" hat die Polizei nach Informationen von stern.de inzwischen einen dritten Verdächtigen im Visier. Der Mann arbeitete selbst im Lokal - bis er vor einem halben Jahr verschwand.
Von Kerstin Schneider

In dem siebenfachen Mord in einem chinesischen Restaurant in Sittensen, führt die Kripo nach Informationen von stern.de inzwischen einen dritten Mann als "Beschuldigten". Der Mann arbeitete bis vor einem halben Jahr in dem Restaurant "Lin Yue". Dort wurden vor anderthalb Wochen sieben Menschen ermordet. Der Angestellte des Restaurants ist seit einem halben Jahr verschwunden. Seine Handynummer war auf einem Zettel notiert, den die Polizei im Auto der beiden Vietnamesen fand, die zwischenzeitlich verhaftet wurden.

Verdächtige Adresse und Bargeld

Die beiden Männer hatten außerdem Bargeld in Höhe von rund 5.000 Euro bei sich. Auf dem Zettel, der im Fußraum ihres Mietwagens gefunden wurde, stand außerdem die Adresse "Hamburger Straße 9, Zittensen". Dort soll der verschwundene Angestellte des Restaurants gewohnt haben. Das Restaurant "Lin Yue" befand sich in der "Hamburger Straße 6".

Unter den Toten war, wie berichtet, auch das Gastwirtsehepaar Danny und Anny Fan. Ihre zweijährige Tochter lag in einer Tischdecke eingewickelt zwischen zwei Leichen hinter dem Tresen. Die Leichen waren an den Daumen gefesselt.

Festgenommene bestreiten Tat

Die beiden verhafteten Vietnasem D. und V. bestreiten jegliche Tatbeteiligung. Sie seien in der Mordnacht in einer Spielhalle in Bremen gewesen. Tatsächlich wurden bei den Männern drei Feuerzeuge mit der Aufschrift "Spielstuben" beschlagnahmt. Nun sollen die Videoaufnahmen aus der Bremer Spielhalle ausgewertet werden.

Der Anwalt des Beschuldigten D. Wilfried Behrendt aus Bremen warnte ausdrücklich davor, seine Mandanten vorzuverurteilen. Er habe den Zettel mit der Adresse in Sittensen und der Handynummer des ehemaligen Angestellten trotz Akteneinsicht bislang nicht gesehen, sagte der Strafverteidiger. Viele Vietnamesen würden einander kennen.

Alibi angeblich nicht richtig geprüft

Außerdem sei das mögliche Alibi seiner Mandanten im ersten Anlauf nicht gründlich genug geprüft worden, monierte der Anwalt. Anstatt nach einer nach Bremer Spielhalle des Namens "Spielstube" zu suchen, hätten die Beamten geprüft, ob es eine "Spielstation" in Sittensen gebe. Er will nun abwarten, was die Auswertungen der Videoaufnahmen in der Bremer Spielhalle ergeben. Die Polizei will die Ermittlungen zurzeit nicht kommentieren.

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