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Bluttat an Hamburger Reeperbahn: Bewaffnete töten Mann in Kaffeebar

Gewalt auf St. Pauli: Nahe der Hamburger Reeperbahn sind mehrere bewaffnete Männer in eine Kaffeebar gestürmt. Ein Mann wurde getötet, eine Frau erlitt eine Schussverletzung. Die Ermittler rätseln über die Hintergründe.

Nahe der Hamburger Reeperbahn haben in der Nacht zum Donnerstag mehrere bewaffnete und teils maskierte Männer ein Lokal gestürmt - dabei wurden ein 44-Jähriger getötet und eine Frau durch einen Schuss verletzt. Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) nahmen auf dem Kiez vier Verdächtige fest, wie die Polizei berichtete. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Die Mordkommission führt die Ermittlungen.

Wie der 44-Jährige ums Leben kam, konnte ein Polizeisprecher zunächst nicht sagen. Die Beamten waren erst davon ausgegangen, dass der Mann erschossen wurde; möglicherweise wurde er aber erstochen. Seine Leiche sollte noch am Donnerstag im Institut für Rechtsmedizin obduziert werden, um die Todesursache zu klären.

Mehrere Männer, einige von ihnen maskiert, waren gegen 0.30 Uhr in die Kaffeebar in Sichtweite der berühmten Polizeistation Davidwache gestürmt. Dort hielten sich mindestens fünf Menschen auf. "Es folgte eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 44-Jährige lebensgefährlich und die 31-jährige Frau durch einen Schuss in den Oberarm verletzt wurde", erklärte der Sprecher. Trotz Versorgung durch einen Notarzt starb der 44-Jährige kurze Zeit später am Tatort. Die Frau kam in ein Krankenhaus, sie schwebt nicht in Lebensgefahr. Die beiden Opfer stammen aus dem Kosovo. Sie seien verwandt, sagte der Sprecher.

Die Angreifer flohen durch die Seilerstraße in eine Diskothek, die zu dem Zeitpunkt leer war. Polizeikräfte umstellten das Gebäude, das MEK durchsuchte das Haus und nahm vier Verdächtige im Alter von 24 bis 37 Jahren fest. Die Beamten entdeckten in der Disko außerdem eine Schusswaffe und ein Messer - möglicherweise die Tatwaffen. Während des Einsatzes wurden die Reeperbahn und die Seilerstraße weiträumig abgesperrt.

mlr/DPA/AFP / DPA