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Bluttat vor den Augen der Kinder: Mann ersticht Ex-Freundin in Metzgerei - kurz nachdem die Polizei ihn laufen lässt

In Donzdorf wurde eine junge Mutter vor den Augen ihrer Kinder in einer Metzgerei niedergestochen. Der mutmaßliche Täter ist der Vater der drei kleinen Jungs. Nur wenige Stunden vor der Tat befand er sich noch in Polizeigewahrsam.

Donzdorf: Spurensicherer der Polizei arbeiten an dem Tatort, an dem die dreifache Mutter Sinem A. erstochen wurde

Spurensicherer der Polizei arbeiten in Donzdorf an dem Tatort, an dem die dreifache Mutter Sinem A. erstochen wurde

Am Montagmorgen wurde in Donzdorf eine junge Frau Opfer einer blutigen Messerattacke. Ein Mann stach die 25-jährige Sinem A. in einer Metzgerei nieder - vor den Augen ihrer drei Kinder. Der mutmaßliche Täter: Der ehemalige Lebensgefährte des Opfers und der Vater der Kinder, die mitansehen mussten, wie ihre Mutter erstochen wird.

Kurz darauf wurde der Mann nach einer kurzen Flucht in der unmittelbaren Nähe des Tatorts festgenommen. Nun wird bekannt: Wenige Stunden vor der Tat befand sich der Verdächtige Turgut P. in Polizeigewahrsam. "Auf richterliche Anordnung haben wir den Mann am Sonntag in Gewahrsam genommen", bestätigte Polizeisprecher Uwe Krause dem stern. "Das Opfer alarmierte an dem Tag die Polizei, weil Turgut P. ihr wieder SMS-Nachrichten geschickt hatte", erzählte er. Dies habe jedoch gegen das Annährungsverbot verstoßen, dass Sinem A. vor Gericht gegen ihren Ex-Freund erwirkt hatte.

"Um zu überprüfen, ob sich Turgut P. nicht zu nah an dem Wohnort der Frau befand, ist die Polizei schließlich ausgerückt. Wir trafen ihn in einem stark alkoholisierten Zustand an, jedoch im erlaubten Bereich", so der Polizeisprecher.

Anzeigen wegen Körperverletzung gegen Turgut P.

Zwischen 15 und 23 Uhr befand sich Turgut P. am Sonntag anschließend in Polizeigewahrsam. Doch dann habe man ihn wieder gehen lassen müssen, berichtete der Polizeisprecher dem stern

Wenige Stunden später war die 25-jährige Sinem A. tot. Der Mutmaßliche Täter soll ihr aufgelauert haben und sie bis in die Metzgerei verfolgt haben, in die sie hilfesuchend flüchtete. Dort ist es schließlich zu der blutigen Tat gekommen. 

Dabei gab es mehrere Vorboten für die Tat. "Turgut P. verstieß immer wieder gegen das Annährungsverbot. Außerdem gab es mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung, die letzte ging Ende 2015 ein", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm dem stern. Auch nach Angaben der Polizei wurden im letzten Jahr mehrere Fälle häuslicher Gewalt gemeldet, woraufhin Turgut P. aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen musste. 

Inzwischen befindet sich der 37-Jährige in einer Justizvollzugseinrichtung in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen Totschlag ermittelt. Die drei Kinder des Opfers und des mutmaßlichen Täters, die zwischen drei und sieben Jahren alt sind, befinden sich laut dem Jugendamt Göppingen in der Obhut einer Freundin des Opfers. "Es besteht die Option, dass die Kinder anschließend bei Verwandten untergebracht werden, aber dies muss noch vom Gericht geklärt werden", sagte eine Sprecherin des Jugendamts dem stern.

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