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Brandenburg: Junger Polizist erschießt Randalierer

Ein Berliner Polizeibeamter beobachtete drei junge Männer, die Glasscheiben von Bushaltestellen zerschlugen. Als er einschritt, wurde er vermutlich von den Randalierern angegriffen - und erschoss einen von ihnen aus Notwehr.

Offenbar aus Notwehr hat ein Berliner Polizist in Brandenburg einen Randalierer mit der Dienstwaffe erschossen. Erste Ermittlungen deuteten darauf hin, dass der 24-jährige Kommissar am Mittwochabend am Bahnhof Nauen westlich von Berlin von drei jungen Männern angegriffen worden sei, sagte Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann am Donnerstag in Potsdam. Die genauen Umstände seien aber noch unklar. Gegen den Polizisten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Totschlag eingeleitet.

Auf dem Heimweg

Der bei Nauen wohnende Polizist war auf dem Heimweg und hatte den Angaben zufolge eingegriffen, weil die drei jungen Leute mit aus einem Zug entwendeten Notfallhämmern die Scheiben einer Bushaltestelle zertrümmerten. Als der Beamte die Randalierer zur Rede stellen wollte, seien sie geflüchtet und hätten sich versteckt, teilte die Potsdamer Polizei mit. "Aus derzeit noch nicht nachvollziehbaren Gründen eskalierte die Situation", erklärte Sprecher Rudi Sonntag.

Oberstaatsanwalt Lehmann sagte: "Wir haben Hinweise darauf, dass die Männer den Polizisten angegriffen haben." Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der Berliner Beamte vor seinem Einsatz über den Notruf 110 die zuständigen Brandenburger Kollegen informiert. Er habe die Erlaubnis gehabt, auch auf dem Heimweg eine Waffe zu tragen. Auch der Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) bestätigte, der Berliner habe Kontakt zur zuständigen örtlichen Leitstelle gehalten. Weitere Angaben zu den Ermittlungen lehnte er ab. "Wenn ein Beamter zur Waffe greift, muss es einen ganz besonderen Hintergrund geben", erklärte er.

Identität des Toten unklar

Die Identität des Toten ist zunächst unklar. Seine Begleiter seien ein 20-Jähriger und ein 24-Jähriger aus der Region gewesen, sagte Lehmann. Beide seien bisher nicht als Straftäter registriert gewesen. Die Männer wurden als Zeugen des Vorfalles verhört und befinden sich auf freiem Fuß. Sie müssten sich aber wegen der Randale an der Haltestelle und möglicherweise wegen eines Angriffs auf einen Polizeibeamten rechtfertigen, kündigte der Staatsanwalt an.

AP / AP
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