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Brasilien: Gefiederte Schmuggler beliefern Häftlinge

Brasilianische Häftlinge ersinnen immer seltsamere Methoden, um sich ihren ausschweifenden Lebensstil zu bewahren: Im Gepäck zweier Brieftauben, die knapp 100 Kilometer vor São Paulo eingefangen wurden, haben Beamte eines Gefängnisses Handys und Aufladegeräte gefunden.

In Brasilien befördern Brieftauben nicht nur Post, sondern sie werden von Gefangenen auch zu kriminellen Zwecken missbraucht. Um sich Handys in ihre Zellen liefern zu lassen, haben die Insassen eines brasilianischen Gefängnisses knapp 100 Kilometer westlich von São Paulo eine uralte Kommunikationsmethode aufleben lassen: Brieftauben. Innerhalb von zwei Tagen fingen Beamte des Gefängnisses von Sorocaba zwei der tierischen Schmuggler ab, teilten die Behörden mit. Statt Briefen trugen die Tiere in Beuteln Handys und Aufladegeräte.

In beiden Fällen entdeckten Wächter die trainierten Vögel noch außerhalb der Gefängnismauern. "Glücklicherweise blieb ihnen keine Zeit mehr, ihre Fracht abzuliefern", sagte eine Sprecherin.

Inhaftierte Mitglieder krimineller Banden wie dem "Roten Kommando" in Rio de Janeiro oder dem "Ersten Hauptstadt-Kommando" in São Paulo führen in Brasiliens Gefängnissen oftmals ein wahres Luxusleben. Sie verfügen über ein umfangreiches Netzwerk an Helfern, um sich mit allem Lebensnotwendigen versorgen zu lassen, darunter auch mit Drogen und Waffen. Zu ihren Komplizen gehören nicht selten Anwälte und korrupte Wächter, Brieftauben waren aber bisher nicht darunter.

AFP / AFP
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