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Bremen: Kevins Vater schweigt

Die Obduktion des in Bremen tot aufgefundenen kleinen Kevin wird so schnell nicht vorliegen. Und auch der Vater will oder kann sich nicht zum Tod seines Sohnes äußern.

Auch drei Tage nach dem Fund seines toten Sohnes Kevin schweigt der des Totschlags verdächtige Vater zum Ablauf der Ereignisse. Das Obduktionsergebnis steht ebenfalls noch aus und ist nach Angaben von Staatsanwaltschaftssprecher Frank Passade nicht vor kommender Woche zu erwartet. So ist nach wie vor unklar, wann und woran der kleine Junge gestorben ist.

Noch nicht konkretisiert sind laut Passade auch die Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Jugendamtes wegen Verdachts auf Verletzung der Fürsorgepflicht. Gegen den Amtsvormund von Kevin und den Sozialarbeiter vor Ort wurden unterdessen Disziplinarverfahren eingeleitet. Jugendamtschef Jürgen Hartwig strengte zudem ein Verfahren gegen sich selbst an.

Kevins Leiche war im Kühlschrank der väterlichen Wohnung entdeckt worden, nachdem der 41-jährige drogenabhängige Vater Polizisten den Ablageort der Leiche geführt hatte. Der kleine, in eine Decke und drei Müllbeutel gehüllte Körper wies unter anderem zahlreiche Knochenbrüche auf. Der Vater hatte zunächst von einem Unfall gesprochen und dann die Aussage verweigert. Die Staatsanwaltschaft vermutet demgegenüber Kindesmisshandlung und Totschlag.

Der Vater ist laut Angaben wegen Gewaltdelikten vorbestraft. Zudem läuft gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des ungeklärten Todes der Kindsmutter. Vorstrafen wie Ermittlungen waren im Jugendamt nicht bekannt, hieß es.

Nach dem Tod der Mutter war Kevin kurz in ein Kinderheim gekommen. Mitarbeiter des Jugendamts hatten die Rückgabe des Jungen an den Vater gegen den Rat des Heims veranlasst. Unterdessen blühten in der Hansestadt die Spekulationen über die Nachfolger von Sozialsenatorin Karin Röpke. Die SPD-Politikerin hatte die politische Verantwortung für den Tod des kleinen Jungen übernommen und war zurückgetreten.

DPA / DPA