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Brief aus Gefängnis: Münchner U-Bahn-Schläger entschuldigt sich

Er schlug sein Opfer krankenhausreif, trat immer wieder auf den am Boden liegenden Rentner ein. Nun hat Serkan A. aus der U-Haft einen Brief geschrieben, in dem er sich bei seinem Opfer entschuldigt. Der Rentner will davon aber nichts wissen.

Vier Wochen nach dem Überfall auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn hat einer der beiden Täter sein 76-jähriges Opfer um Entschuldigung gebeten. "Ich schäme mich so sehr für diese Tat", schrieb der 20-jährige Serkan A. in einem Brief, den die "Bild"-Zeitung veröffentlicht hat. "Es tut mir von ganzem Herzen leid … Ich hoffe, Sie können mir irgendwann mal verzeihen", zitierte das Blatt aus dem Schreiben.

Der junge Türke, der wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft sitzt, schrieb demnach weiter, er denke im Gefängnis ständig über die Tat nach. "Ich träume sogar, wie ich Ihnen Leid zugefügt habe." Zur Tatzeit sei er betrunken gewesen, erklärte er in seinem Brief.

Serkan A. hatte den Rentner zusammen mit einem 17-jährigen Griechen kurz vor Weihnachten brutal zusammengeschlagen, nachdem der Mann sie aufgefordert hatte, in der U-Bahn nicht zu rauchen. Die Bilder einer Überwachungskamera, auf denen zu sehen ist, wie die beiden mehrfach vorbestraften Jugendlichen unter anderem auf den Kopf des Mannes eintreten, sorgten bundesweit für Aufsehen und lösten eine Debatte über das Jugendstrafrecht aus.

Der pensionierte Schuldirektor Bruno N., der bei dem Überfall drei Schädelbrüche erlitten hatte, wies die Entschuldigung zurück. "Der Brief ist nicht ehrlich", sagte er der "Bild". "So schreibt kein Bursche in dem Alter. Das hat ihm jemand diktiert, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen und gutes Wetter für sich bei Gericht zu machen."

kam/AP / AP
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