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Brigitte Zypries über Pannen an Berliner Charité: Sexueller Missbrauch in Kliniken nicht ungewöhnlich

Sie soll helfen, die Pannen an der Charité nach den Missbrauchsvorwürfen aufzuarbeiten. Brigitte Zypries nimmt in einem Expertenkreis die interne Kommunikation des Mammut-Hauses unter die Lupe.

Kommunikationsprobleme wie die an der #Link;http://www.stern.de/gesundheit/berliner-charite-90518835t.html;Berliner Charité# sind aus Sicht der früheren Bundesjustizministerin #Link;http://www.stern.de/politik/deutschland/brigitte-zypries-90250583t.html;Brigitte Zypries# (SPD) nicht ungewöhnlich für große Organisationen. "In großen Verwaltungen stellt sich immer die Frage, wie einzelne Abteilungen mit ihrem Wissen umgehen. Behalten sie es für sich oder teilen sie es?", sagte Zypries im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA. Nach dem Missbrauchsvorwurf gegen einen Pfleger der Charité wird Zypries von Montag an gemeinsam mit vier anderen Experten die Kommunikationsstrukturen und Abläufe in der Uniklinik unter die Lupe nehmen.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Klinik den Missbrauchsverdacht bekanntgegeben, der Vorfall lag aber zu diesem Zeitpunkt bereits eine Woche zurück. Klinikchef #Link;http://www.stern.de/gesundheit/karl-max-einhaeupl-90848486t.html;Karl Max Einhäupl# musste erhebliche Kommunikationspannen an Deutschlands größtem Uniklinikum einräumen.

"Krankenhäuser und Heime sind besonders gefährdet"

Auch sei sexueller Missbrauch in Kliniken nicht ungewöhnlich, sagte Zypries. "Krankenhäuser und Heime sind besonders gefährdet, da Menschen dort in der Abhängigkeit von anderen Menschen sind." Dass Mitarbeiter einen Missbrauchsverdacht nicht weiter kommunizierten, sei manchmal auch eine Frage der Einschätzung, meinte Zypries. "Es kommt immer darauf an, wie Kollegen manche Handlungen bewerten." Grund für den oft stockenden Informationsfluss sei zudem, dass sich einzelne Bereiche in Unternehmen zu sehr auf sich selbst konzentrierten: "Es fehlt der Blick für das Ganze."

Ein 58 Jahre alter Krankenpfleger soll eine 16-Jährige in der Rettungsstelle sexuell missbraucht haben. Er soll auch früher mehrmals auffällig geworden sein.

DPA / DPA