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Brummi-Morde: "Lass mich los, lass mich gehen"

Mit einem Geständnis des angeklagten 29-Jährigen hat der Prozess gegen den Autobahnmörder von Haiger begonnen. In zwei Fällen soll sich der Fernfahrer an den Leichen der Frauen vergangen haben.

Drei Morde und einen Mordversuch hat der 29-jährige Marco M. vor dem Landgericht Limburg gestanden. Im Prozess gegen den Autobahnmörder von Haiger geht es um den Tod von drei jungen Frauen, die der Fernfahrer zwischen 2003 und 2006 in Hessen und Nordrhein-Westfalen geschändet und umgebracht haben soll. Zum Auftakt des Prozesses berichtete das einzige überlebende Opfer, wie sie dem Tod knapp entrinnen konnte. Marco M. versucht, sich ganz klein zu machen.

Marco M. schweigt

Als er unter Blitzlichtgewitter den Verhandlungssaal betritt, hält sich der 29-Jährige einen Aktenordner vors Gesicht. Mit gesenktem Kopf verfolgt er die Verlesung der Anklage, mit gesenktem Kopf hört er den Zeugen zu. Einer der Verteidiger verliest eine dürre Erklärung, in der der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Kapitalverbrechen zugibt. Dann zieht sich Marco M. endgültig in sein Schweigen zurück.

Von Anfang an beschäftigt das Gericht die Frage nach dem Motiv. Warum hat der Fernfahrer seit 2003 fast im Jahresabstand Frauen überfallen und ermordet? Warum hat er teils vor ihrem Tod, teils danach mit ihnen den Beischlaf vollzogen? Warum hat er die Leichen anschließend weggeworfen wie einen gebrauchten Gegenstand? Am ersten Prozesstag gibt es darauf keine Antworten.

"Wie ein Tier"

"Wie ein Tier" habe sich der Angeklagte ihr gegenüber verhalten, sagt die ehemalige Prostituierte Asta J. vor Gericht. Am Abend des 19. Oktobers 2004 hat der Täter sie auf dem Straßenstrich in Köln aufgegabelt und in seinen Lastwagen einsteigen lassen. Für die heute 27-Jährige wird es ein Horrortrip. Marco M. versucht, das arglose Straßenmädchen unmittelbar nach dem Einsteigen mit einem Seil zu erdrosseln. Zunächst kann Asta J. den Kopf aus der Schlinge ziehen, die Beifahrertür öffnen und aus dem Wagen springen. Doch der körperlich weit überlegene Fernfahrer hat Frau rasch wieder eingeholt. Diesmal nimmt er die Hände. Er würgt die Litauerin, bis sie ohnmächtig wird.

Als Asta J. wieder zu sich kommt, liegt sie in der Schlafkoje des Lastwagens. Marco M. ist mit seiner Beute unterwegs Richtung Düsseldorf. Bei Neukirchen schließlich steuert der Fernfahrer eine einsame Stelle an. Er vergewaltigt sein Opfer und lockt die völlig verängstigte Frau dann unter einem Vorwand aus dem Wagen. Die Prostituierte ahnt, was nun folgt. Sie fällt vor ihrem Peiniger auf die Knie und fleht um ihr Leben: "Lass mich los, lass mich gehen."

"Froh, dass endlich alles vorbei ist"

Doch der Täter rammt ihr nur wortlos ein Klappmesser in die Brust. Asta J. sackt zusammen, kriecht auf allen vieren in ein nahe gelegenes Maisfeld. Nach Ansicht von Staatsanwalt Frank Späth ging Marco M. davon aus, dass die junge Frau sterben werde. Doch die Prostituierte kämpft um ihr Leben. Zwar ist der Herzbeutel getroffen, doch so dass sie nicht sofort verblutet. Mit letzter Kraft kann sie sich zur nahe gelegenen Autobahn schleppen, wo eine Pkw-Fahrerin sie findet. Eine Notoperation rettet die Schwerverletzte. "Er ist krank", sagt Asta J. über den Angeklagten.

Auf den ersten Blick führte der Serienmörder ein normales Leben. Aufgewachsen in Haiger mit zwei Schwestern, absolvierte er die Hauptschule, machte eine Lehre. Er wechselt nach vier Jahren bei der Bahn ins Speditionsgewerbe, wird Fernfahrer. 2003 heiratet er. Bald kommt ein Sohn zur Welt. Zwar scheitert die Ehe bald. Doch nichts deutet rein äußerlich darauf hin, dass Marco M. grundsätzlich Probleme mit Frauen hat. Als er verhaftet wird, hat er eine neue Freundin. Den Polizisten gegenüber, die ihn nach der Festnahme verhören, schildert er die Beziehung als sehr glücklich.

Asta J. identifizerite den Täter

Am 30. August 2006 wird Marco M. in Haiger festgenommen. Ein Phantombild, das nach den Angaben von Asta J. erstellt, aber erst im Sommer 2006 in Mittelhessen veröffentlicht wurde, hatte die Ermittler auf die Spur des Fernfahrers geführt. Schon nach der zweiten Frage habe der Angeklagte in der Vernehmung alles gestanden, berichtet der Leiter der Sonderkommission, Uwe Stegemann, vor Gericht. "Ja, ich war's", habe der 29-Jährige erklärt und hinzugefügt: "Ich bin froh, dass endlich alles vorbei ist." Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt.

Guido Rijkhoe/AP / AP
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(