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Gerichtsprozess: Buchhalterin für Luxus-Kreuzer soll 3,5 Millionen Dollar veruntreut haben

Eine Buchhalterin in Australien, die für ein Luxus-Kreuzfahrtunternehmen gearbeitet hat, soll 3,5 Millionen Dollar veruntreut haben. Sie soll über Jahre Gelder auf verschiedene Konten transferiert haben – ihr Ehemann glaubte indes, sie hätte ein glückliches Händchen an Spielautomaten.

Ein Liegestuhl steht an Deck eines Kreuzfahrtschiffes

Die Frau arbeitete jahrelang für ein Luxus-Kreuzfahrtunternehmen (Symbolfoto)

Getty Images

Eine Buchhalterin, die in Australien für ein Luxus-Kreuzfahrtunternehmen gearbeitet hat, soll über Jahre hinweg mehrere Millionen Dollar veruntreut haben. Wie "The Sydney Morning Herald" berichtet, hatte sie dafür sieben verschiedene Konten eingerichtet und gefälschte Rechnungen mit Hilfe eines Generators erstellt. 

Laut Anklage war die Frau seit April 2010 für die "Silversea Cruises" tätig und arbeitete offenbar zeitweise ganz alleine im Büro. Aufgeflogen war der Betrug demnach im Februar 2018 als sie vermutlich das schlechte Gewissen packte und sie einer Führungskraft mitteilte, sie sei Opfer eines Online-Betrugs geworden und wolle für den der Firma entstandenen Schaden aufkommen. Weitere Details wurden dazu jedoch nicht näher erläutert. Wie es heißt, wurde der Vorgesetzte jedoch stutzig, da sie, obwohl angeblich unverschuldet, offenbar Geld zur Wiedergutmachung anbot. Er ließ den Fall daraufhin von einem anderen Buchhalter prüfen. 

Gefälschte Konten und falsche Rechnungen

Der stieß dabei auf gefälschte Lieferantenkonten und gefälschte Rechnungen, die mit einem herunterladbaren Rechnungsgenerator erstellt wurden, wie es heißt. Insgesamt soll die 53-Jährige auf diese Art rund 3,56 Millionen Dollar (also rund 2,2 Millionen Euro) beiseite geschafft haben.

Mit dem Geld gingen die Angeklagte und ihr Ehemann regelmäßig auf Reisen. Ihre Ziele neben Australien: Hawaii, Las Vegas, die Philippinen und Singapur. Dennoch soll das Paar keinen übermäßig extravaganten Lebensstil geführt haben. Zudem soll die Frau neben ihrem Jahresgehalt von 88.000 Dollar (rund 55.000 Euro) auch jedes Jahr von ihrer Firma eine Freifahrt auf einem der Luxusliner gesponsort bekommen haben, inklusive Kaviar und 24-Stunden-Butler, der sonst nur den Gästen zur Verfügung steht.

Der Ehemann will von den kriminellen Aktivitäten seiner Frau nichts gewusst haben. Vor Gericht beteuerte er, er habe geglaubt, seine Frau habe das viele Geld beim Pokern und beim Glücksspiel an Automaten gewonnen. Seine Frau habe sich im Haushalt schon immer alleine um die Finanzen gekümmert und sie habe ihm auch verboten, mit ihm gemeinsam zu spielen, da dies Pech bringen würde. Hätte er gewusst, dass sie sich das Geld auf illegale Weise beschafft, hätte er sie daran gehindert oder sich von ihr scheiden lassen. Der Richter am Obersten Gerichtshof New South Wales hielt seine Version für glaubhaft. Das Verfahren soll Ende Mai fortgesetzt werden.  

Quellen: "The Sydney Morning Herald" / Oberster Gerichtshof New South Wales

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jek