Bundesgerichtshof "Kannibalen"-Prozess wird neu aufgerollt


Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil des Landgerichts Kassel gegen den heute 43-jährigen Armin Meiwes aufgehoben. Jetzt muss der "Kannibale von Rotenburg" möglicherweise mit lebenslanger Haft rechnen.

Der "Kannibale von Rotenburg" muss möglicherweise mit lebenslanger Haft wegen Mordes rechnen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob ein Urteil des Landgerichts Kassel auf, das gegen den heute 43-jährigen Armin Meiwes achteinhalb Jahre Haft wegen Totschlags verhängt hatte. Der BGH verwies den Fall zur neuen Verhandlung an das Landgericht Frankfurt. "Die Verurteilung nur wegen Totschlags und nicht wegen Mordes hält rechtlicher Überprüfung nicht stand", hieß es in einer Mitteilung des BGH.

Der BGH beanstandete, dass das Landgericht Kassel vergangenes Jahr die beispiellose Tat nur als Totschlag eingestuft hatte. Das Urteil begegne durchgreifenden rechtlichen Bedenken. Es sei nicht auszuschließen, dass Meiwes sein Opfer zur Befriedigung des Geschlechtstriebs getötet habe. Meiwes hatte im März 2001 sein williges Opfer vor laufender Kamera getötet, zerlegt und Teile der Leiche gegessen. Mord wird zwingend mit lebenslanger Haft geahndet. Das Kasseler Landgericht hatte Meiwes 2004 wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Im Prozess hatte der damals 42-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Reuters/DPA DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker