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Bundesgerichtshof Wer verübte den "Mord ohne Leiche"?

Ein Streit ums Kind. Eine verschwundene Mutter. Der Ehemann wird verurteilt - seine Selbstgespräche im Auto waren mitgeschnitten worden. Was sich wie ein Krimi liest, ist ein realer Fall.

Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt erneut im Kölner Fall "Mord ohne Leiche". Der angeklagte Siegfried K. soll seine getrennt lebende Ehefrau aus Angst ermordet haben, sie könnte ihm den gemeinsamen Sohn entziehen. Die 33-jährige Mutter verschwand 2007 spurlos und tauchte bis heute nicht wieder auf.

In einem ersten Prozess waren der Ehemann, dessen Schwester und deren Mann wegen gemeinschaftlichen Mordes 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht zog als Beweis für die Tat Selbstgespräche von Siegfried K. aus einem verwanzten Auto heran, in denen er die Tat gestand. Der BGH hob das Urteil auf und verwies den Fall zurück. Selbstgespräche gehörten grundsätzlich zum absolut geschützten Kernbereich der Persönlichkeit, entschied das Gericht.

In einer Neuauflage verurteilte das Landgericht nur noch den Mann wegen Mordes, die beiden anderen Angeklagten sprach es frei. Der BGH prüft nun, ob das Urteil Bestand haben kann. Ein Urteilstermin ist noch nicht bekannt.

lie/AFP/DPA DPA

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