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Im Oktober vor Gericht Bundespolizist soll Penis-Foto an 14-Jährige geschickt haben


Neue Vorwürfe gegen einen Hannoveraner Bundespolizisten, gegen den seit Monaten wegen der angeblichen Misshandlung von Flüchtlingen ermittelt wird. Der Beamte soll auch eine 14-Jährige sexuell belästigt haben. In seiner Dienststelle herrscht Chaos.

Der Bundespolizist Torsten S. soll zwei Flüchtlinge geschlagen und malträtiert und außerdem ein 14-jähriges Mädchen sexuell belästigt haben. Seit Monaten wird deshalb gegen ihn ermittelt. Da einige seiner Kollegen auf unerlaubte Weise eigenständig Nachforschungen über ihn angestellt haben, laufen in der Bundespolizei Hannover inzwischen Disziplinarverfahren gegen mehrere Polizeibeamte.

Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, sollen rund 30 der etwa 250 Beamten der Bundespolizeiinspektion Hannover polizeiliche Informationssysteme für ihre privaten Ermittlungen über Torsten S. genutzt haben. Offenbar wollten sie selbst recherchieren, ob und wie gravierend ihr Kollege sich strafbar gemacht hat und gegen welche Dienstvorschriften und Gesetze verstoßen hat. 

Wegen Porno-Foto vor Gericht

Dabei dürften sie einiges über Thorsten S. erfahren haben: Ermittelt wird gegen den Polizeiobermeister, da er einen Flüchtling geschlagen sowie einen anderen malträtiert und gezwungen haben soll, bereits grünes, verdorbenes Schweinemett vom Fußboden zu essen. Wann es wegen dieser Vorwürfe zum Prozess kommt, ist noch nicht abzusehen.

Bereits im Oktober wird sich Torsten S. jedoch wegen eines anderen Falls vor Gericht verantworten müssen: Ein 14-jähriges Mädchen soll er sexuell belästigt haben, indem er ihm ein Foto von seinem erigierten Penis schickte. Nach Informationen des NDR hatte der Polizist das Mädchen im Zug kennengelernt. Er soll ihm laut Anklageschrift unter anderem erzählt haben, wie er mit ihm durchbrennen wolle, sobald es volljährig sei. Der Vorfall soll sich Anfang September 2014 zugetragen haben.

"Der Polizeibeamte hat ein Informationsbedürfnis darüber, mit wem er Dienst macht"

Angesichts dessen ist für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) das Verhalten der rund 30 Kollegen des Beamten, die sich auf unrechte Weise Informationen über S. beschafft haben, nachvollziehbar. Der NDR zitiert GdP-Vorstandsmitglied Martin Schilff mit den Worten: "Natürlich hat der Polizeibeamte ein Informationsbedürfnis darüber, mit wem er Dienst macht und mit wem er Streife läuft. Ich kann nachvollziehen, dass Beamte nachsehen wollen, wer ihre Streifenpartner sind, wenn es aus der Dienststelle keine ausreichenden Informationen dazu gibt." Schließlich müssten sich die Beamten auf ihre Partner verlassen können - nicht zuletzt in gefährlichen Situationen.

jen

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