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Bundeswehr-Prozess: "Ich verscharre Sie im Wald"

Einem Zeitsoldaten drohte er, ihn zu "zerstückeln" und "im Wald zu verscharren". Ständig soll der Oberfeldwebel der Bundeswehr junge Soldaten drangsaliert haben. In Plön stand der 28-Jährige nun wegen entwürdigender Behandlung seiner Untergebenen vor Gericht.

Von Kerstin Schneider, Plön

Als Oberfeldwebel Patrick W. seinem Rechtsanwalt auf dem Gerichtsflur die rechte Hand zur Begrüßung reicht, liegt die linke an der Naht seiner dunklen Uniformhose. Als die Richterin im Amtsgericht Plön kurz darauf seine Personalien verliest, bestätigt der 28-jährige die Angaben mit einem lauten: "Jawoll". Als Patrick W. im Laufe der Verhandlung erzählt, warum er nach der Wehrpflicht bei der Bundeswehr bleiben wollte, nennt er als Grund die "Kameradschaft".

Der Staatsanwalt wirft dem Oberfeldwebel dagegen "entwürdigende Behandlung" seiner Untergebenen vor. Im September 2006 hat Patrick W. laut Anklage bei der "Informations- und Lehrübung ,Schaufenster Flugabwehr'" in Todendorf bei Kiel, junge Soldaten drangsaliert. Während der Staatsanwalt die Anklage verliest, faltet Patrick W. die Hände wie zum Gebet. Stocksteif sitzt er auf seinem Stuhl und hört zu. "Man soll sie ficken, so lange sie klein sind", zitiert ihn der Ankläger. Einem Untergebenen soll der Oberfeldwebel mit einer "Schlägerrei im Keller" gedroht haben. "Entweder Sie machen mich platt oder ich mache Sie platt." "Bewegen Sie ihren schwammigen Körper zu mir", sagte Patrick W. angeblich zu einem anderen Soldaten. Schließlich drohte er laut Anklage zwei Soldaten: "Ich verscharre Sie im Wald".

Angeklagter weist Vorwürfe zurück

Patrick W. schüttelt den Kopf. "Diese Vorwürfe habe ich so nicht begangen", sagt er. Und dann fängt der Unteroffizier an zu erzählen. Im Berliner Dialekt, eigenwillig in der Grammatik. Patrick W. redet von einer "liderlichen Dienstauffassung", weil die Erkennungsmarke bei einem Soldaten nicht richtig um den Hals hing. "Eine Dienstauffassung unter aller Kanone", sagt Patrick W. An seiner Uniformjacke glänzt der Bundesadler. Darunter hängt das Abzeichen der "Fallschirmspringer" und das der "Heeresflugabwehr". "Befehlsmängel" ist so ein Wort, das Patrick W. immer wieder in seine Erzählung einstreut. 1999 ging er nach Schule und Lehre zur Bundeswehr, war ein halbes Jahr lang im Kosovo.

Ob er den Spruch "man soll sie ficken, so lange sie klein sind" kenne, will der Staatsanwalt wissen. "Dieser Wortlaut geistert in der Bundeswehr rum", bestätigt Patrick W. und nickt. "Das soll heißen: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Aber ich habe das nicht in den Mund genommen", beteuert er. Nur ein einziges Mal will sich der Oberfeldwebel im Ton vergriffen haben, als ein Soldat seinem Befehl nicht schnell genug folgte. ",Bewegen Sie ihren Arsch hier her', habe ich gesagt. Das tut mir leid, macht man nicht. Damit löst man keine Ausbildungsmängel oder Gehorsamsmängel." Auf die Frage, warum sich mehrere Zeugen über ihn beschwert hätten, sagt Patrick W. "Ich war ein sehr schwieriger Fall für die Untergebenen, weil ich nicht weggucke bei Ausbildungs- und Befehlsmängeln."

Zeuge: "Permanente Herabsetzung"

Der Hauptbelastungszeuge betritt den Gerichtssaal. Zwei Jahre lang war er Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Inzwischen studiert der 21-jährige Jura. Er lobt die "interessante Ausbildung" bei der Bundeswehr, die ihn gereizt habe. Nur an die Begegnung mit Oberfeldwebel Patrick W. hat er keine guten Erinnerungen. Er kann sich nicht an alle Beleidigungen erinnern. "Es war eine permanente Herabsetzung meiner Person", sagt er. "Ich war nicht Dienstgrad genug. Nicht niederträchtig genug. Habe mich nicht genug von den Mannschaftsdienstgraden abgesetzt", erinnert sich der Zeuge. Zunächst habe er noch gehofft, das Verhältnis zu Oberfeldwebel W. würde sich nach einem Gespräch unter vier Augen bessern. Doch die Angriffe seien immer schlimmer geworden. Zunächst habe Patrick W. ihm gedroht, mit ihm für eine Schlägerrei in den Keller zu gehen. "Entweder Sie machen mich platt. Oder ich mache Sie platt." Als er sich darauf nicht eingelassen habe, habe Patrick W. gedroht, ihn mit "einem Klappspaten zu zerstückeln und im Wald zu verscharren." Patrick W. habe ihm sogar erzählt, wie er das Verschwinden eines Soldaten vertuschen würde. "Mit gefälschten Urlaubsscheinen". "Haben Sie das ernsthaft geglaubt?", will die Richterin wissen. "Ich habe das sehr ernst genommen", sagt der Zeuge. "Die Schilderungen waren sehr detailliert. Ich fühlte mich bedroht."

Auch ein zweiter Zeug bestätigt, dass sich Patrick W. im Ton vergriffen habe. "Er hat gesagt, bewegen Sie ihren schwammigen Körper zu mir. Und dass er sich mein Gesicht merken will." Erst auf Nachfrage erinnert er sich daran, dass Patrick W. auch ihm gedroht habe, ihn im Wald zu verscharren.

Für Patrick W. wird es nach dieser Aussage eng. Der Prozess gegen ihn dürfte Seltenheitswert haben. Dass der Ton bei der Bundeswehr rauh ist, wird immer wieder ruchbar. Doch selten kommt es zum Strafverfahren wie in diesem Fall.

"So etwas denkt man sich nicht aus", sagt die Richterin und regt an, das Verfahren gegen Geldauflage einzustellen. Sie will es "mit einem Denkzettel bewenden" lassen. Die Staatsanwaltschaft ist einverstanden. Einen Moment lang sträubt sich Patrick W. Doch dann stimmt er zu. 1.500 Euro muss er nun zahlen, damit das Verfahren vorläufig eingestellt wird. Seine Chancen Berufssoldat zu werden "tendieren gegen Null", sagt er. "Meine Karriere ist hiermit beendet". Patrick W. wird jedoch noch voraussichtlich bis 2011 bei der Bundeswehr dienen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(