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Callgirl-Affäre um Strauss-Kahn Sex-Partys auf Kosten von Unternehmern


Der wegen Vergewaltigungsvorwürfen zurückgetretene Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn soll angeblich in eine Callgirl-Affäre verwickelt sein. Ein weiterer Hauptverdächtiger, der Direktor des Carlton-Hotels in Lille, wurde unterdessen wieder freigelassen.

In der Callgirl-Affäre in Nordfrankreich, in die auch der frühere IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn verwickelt ist, hat die Justiz einen der Hauptverdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Direktor des Carlton-Hotels im nordfranzösischen Lille, Francis Henrion, wurde unter Auflagen wieder freigelassen worden, wie sein Anwalt am Mittwochabend mitteilte. Zuvor war der Hotel-Direktor wegen des Vorwurfs der bandenmäßigen Zuhälterei mehrere Stunden lang vernommen worden.

Nach Überzeugung der Ermittler soll ein gut vernetzter Zuhälterring regelmäßig Kunden von Luxushotels in Lille mit Callgirls aus Belgien versorgt haben. Gegen acht Verdächtige wurden bereits Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter ihnen auch der Carlton-Direktor und die Nummer zwei der Polizei für den Norden Frankreichs. Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn soll ebenfalls an Sex-Partys mit Prostituierten in Paris sowie an seinem Amtssitz in Washington teilgenommen haben. Unternehmer sollen die Kosten übernommen haben. Strauss-Kahn bestreitet dies und fordert seine rasche Vernehmung.

Treffen mit Prostitutierten in den USA

Die Ermittler untersuchen derzeit auch ein Handy, das zeitweise von Strauss-Kahn genutzt wurde. Ein in der Affäre verdächtiger Geschäftsmann soll das Telefon nach einem Bericht des Magazins "Le Point" bei einer der Sex-Partys vergessen haben. Strauss-Kahn habe es an sich genommen und es danach mehrere Monate lang genutzt, um mit dem Verdächtigen SMS auszutauschen.

Er habe das Handy dem Geschäftsmann erst am 13. Mai zurückgegeben, nach einem weiteren Treffen mit Prostitutierten in den USA. Strauss-Kahn wurde am 14. Mai wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in New York festgenommen. Später wurde das Verfahren wegen mangelnder Glaubwürdigkeit der Zeugin, eines Zimmermädchens des New Yorker Hotels Sofitel, eingestellt. Der Geschäftsmann soll die mit Strauss-Kahn ausgetauschten SMS dann gelöscht haben. Nun versuchen die Ermittler, diese durch die SIM-Karte zu rekonstruieren.

kave/AFP AFP

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