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Chiemsee Tod nach der Disco – Soko "Club" sucht Mörder von 23-Jähriger

Chiemsee: Die Polizei veröffentlichte ein Bild der 23-jährigen Frau, die nach dem Besuch des Clubs "Eiskeller" getötet wurde
Die Polizei veröffentlichte ein Bild der 23-jährigen Frau, die nach dem Besuch des Clubs "Eiskeller" in Aschau nahe des Chiemsees getötet wurde
© Polizeipräsidium Oberbayern Süd, Carsten Rehder / DPA
Grauenhaftes Ende einer Partynacht im Club "Eiskeller" in Aschau: In Prien am Chiemsee wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden – die Polizei bittet jetzt um Mithilfe bei der Suche nach ihrem Mörder.

Sie wollte einen schönen Abend haben und traf auf ihren Mörder. In Prien am Chiemsee wurde in einem Fluss am Montagnachmittag die Leiche einer Frau entdeckt. Für die Kripo steht fest: Die 23-Jährige wurde getötet! Eine Sonderkommission (Soko) ermittelt und hat bereits erste Ergebnisse – sie braucht aber nun die Hilfe der Bevölkerung. Die rund 40 Ermittlerinnen und Ermittlern der Soko "Club" konnten bereits einen Teil der letzten Stunden im Leben der jungen Frau rekonstruieren.

Was geschah nach dem Besuch des Clubs "Eiskeller" in Aschau?

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge besuchte sie am Sonntagabend den Club "Eiskeller" in Aschau, seit mehr als 20 Jahren ein beliebter Treffpunkt für junge Menschen in der Chiemgau-Gemeinde mit ihren knapp 6000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Dort stand nach rund zwei Monaten Veranstaltungspause ab 22 Uhr die "Season Opening"-Party auf dem Programm. "Wir zählen die Tage ...", hieß es in der Ankündigung des Hiphop-Clubs. Mehrere Hundert Menschen sollen dort in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit gefeiert haben. Die junge Frau wohnte nicht weit von der Disco entfernt, ebenfalls in Aschau – man kennt sich dort. Ob sie jedoch allein im "Eiskeller" war oder mit wem sie dort Kontakt hatte, sind nur zwei der Fragen, die die Soko hat.

Sicher ist für die Beamtinnen und Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim: Am frühen Montagmorgen gegen 2.30 Uhr verließ die 23-Jährige den Club. Was danach geschah, ist vollkommen unklar. Die Polizei sucht dringend Zeuginnen und Zeugen, die sie beim Verlassen der Disco oder danach gesehen haben. Insbesondere Beobachtungen, aber auch Fotos und Videos von Gästen des "Season Opening" sind dabei für die Ermittlerinnen und Ermittler interessant. "Es gibt noch sehr viele Leute, die wir vernehmen müssen", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur DPA. Die Soko richtete ein Hinweisportal im Internet ein.

Der Club "Eiskeller" liegt unterhalb des Schlosses Aschau am Rande der Gemeinde
Der Club "Eiskeller" liegt unterhalb des Schlosses Aschau am Rande der Gemeinde
© Uwe Lein / DPA

Am Montag gegen 14.30 Uhr, zwölf Stunden nach dem Verlassen des Clubs, fand ein Passant im Fluss Prien, rund acht Kilometer Luftlinie vom "Eiskeller" entfernt, die Leiche der jungen Frau. Die alarmierte Polizei barg die sterblichen Überreste und brachte sie in die Rechtsmedizin nach München. Dort wurde die Tote identifiziert. "Die Rechtsmediziner stellten bei ihren Untersuchungen außerdem eindeutige Spuren fest, die auf eine äußere Gewalteinwirkung schließen lassen und somit ein Tötungsdelikt belegen", teilte die Polizei anschließend mit. Details nannte sie nicht, "aus ermittlungstaktischen Gründen". Ebenso wenig machte sie dazu Angaben, ob ein Sexualverbrechen vorliegt. "Wir schließen das nicht aus", erklärte ein Sprecher.

Polizei bittet bei Suche nach Mörder von junger Frau um Mithilfe

Möglicherweise wurde der Leichnam an anderer Stelle im Wasser abgelegt. Die Prien fließt nur rund 200 Meter entfernt an dem Aschauer Club vorbei in Richtung der gleichnamigen Gemeinde, wo der Fluss in den Chiemsee mündet.

Noch am Tag des Auffindens der Leiche wurde die Soko gegründet. Auch am Dienstag suchten Dutzende Beamtinnen und Beamte rund um den "Eiskeller" nach Spuren, ebenso am Fundort der Leiche in Prien-Kaltenbach sowie am Flusslauf. Auch Hunde waren im Einsatz. Polizeitaucher sollen ebenfalls noch in der Prien nach Spuren suchen, berichtete der Bayerische Rundfunk. Ob etwas Verwertbares gefunden wurde, gab die Polizei bislang nicht bekannt. Unter anderem fehlen den Angaben zufolge noch die schwarze Umhängetasche (siehe Foto oben) und eine schwarze Lederjacke der Getöteten.

Chiemsee-Region unter Schock

Die Ermittlerinnen und Ermittler hoffen nun auf schnelle Hinweise, um das Verbrechen an der jungen Frau aufzuklären. In deren Heimatort herrscht derweil Entsetzen. Aschaus Bürgermeister Simon Frank sagte dem "Oberbayerischen Volksblatt": "Da zieht es einem regelrecht den Boden unter den Füßen weg. Was bleibt, ist eine Mischung zwischen Trauer, Wut und Fassungslosigkeit."

Hinweise zu dem Fall nimmt die Kripo in Rosenheim unter der kostenfreien Telefonnummer (0800) 5565101 entgegen. Ein Hinweisportal, auch zum Upload von Video- oder Bilddateien, ist hier eingerichtet.

Quellen: Polizeipräsidium Oberbayern Süd (1), Polizeipräsidium Oberbayern Süd (2)Club "Eiskeller", Bayerischer Rundfunk"Oberbayerisches Volksblatt", Nachrichtenagenturen DPA und AFP

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