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China: Polizei beschlagnahmt 1,8 Tonnen Sprengstoff

Fünf Tage nach dem Anschlag auf einen Bahnhof in Urumqi meldet die chinesische Polizei einen Fahndungserfolg: Ein neues Bombenattentat sei verhindert worden, fünf Verdächtige wurden festgenommen.

Nach einer Anschlagsserie ist die Unruheregion Xinjiang seit Wochen von hoher Polizei- und Militärpräsenz geprägt

Nach einer Anschlagsserie ist die Unruheregion Xinjiang seit Wochen von hoher Polizei- und Militärpräsenz geprägt

Die chinesischen Behörden haben nach eigenen Angaben einen weiteren Terroranschlag in der Unruheprovinz Xinjiang vereitelt. In Hotan im Süden der von Uiguren bewohnten Provinz beschlagnahmte die Polizei 1,8 Tonnen Sprengstoff und nahm fünf Verdächtige fest, wie die Regionalregierung am Dienstag mitteilte. Zwei Verstecke zum Bau von Sprengsätzen wurden demnach zerstört, die Bomben waren zum Teil schon fertig.

Nach Angaben der Behörden hatten die Verdächtigen geplant, an einem belebten Ort in Hotan in eine Menschenmenge zu fahren und mehrere Bomben zu zünden. Am vergangenen Donnerstag waren bei einem ähnlichen Anschlag in der Provinzhauptstadt Urumqi 39 Menschen getötet und mehr als 90 weitere verletzt worden. #link;/branch/static_stern2/bilder/stern_5/politik/2014/KW22/sprengstoff_xinjiang.jpg;Auf einem belebten Markt waren zwei Geländewagen in die Menge gerast, einer von ihnen explodierte.#

Experten kritisieren Peking

Erst im April waren bei einem Anschlag auf einem Bahnhof in Urumqi zwei Attentäter und ein Zivilist getötet sowie 79 weitere Menschen verletzt worden. Im März waren bei einem Angriff im Bahnhof von Kunming im Südwesten Chinas mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 130 weitere verletzt worden, als mit Messern bewaffnete Männer in die Bahnhofshalle stürmten und Passanten niederstachen.

Peking macht für die Anschlagsserie Separatisten aus Xinjiang verantwortlich. Die Regierung sieht in der Uiguren-Provinz im Westen des Landes religiösen Extremismus am Werk, der aus dem Ausland unterstützt werde. Experten sehen dafür aber wenig glaubwürdige Hinweise. Kritiker werfen Peking vor, eine terroristische Bedrohung aufzubauschen, um so ein hartes Vorgehen gegen die Uiguren zu rechtfertigen. Die Minderheit sieht sich schon seit Jahrzehnten kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von ethnischen Han-Chinesen zunehmend an den Rand gedrängt.

mod/AFP / AFP