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Chronik: Entführungen von Deutschen im Ausland

Deutsche Staatsbürger werden im Ausland immer wieder Opfer von Entführungen. stern.de listet die spektakulärsten Fälle der vergangenen Jahre auf.

10. August 1999 Rolf Sommerfeld wird von der größten kolumbianischen Guerillagruppe FARC gefangen genommen. Fünf Gefangene, darunter der 57-jährige Deutsche, werden am 13. August 2000 befreit.

23. April 2000

Auf der Ferieninsel Sipadan im Osten Malaysias werden 21 Menschen, darunter die deutsche Familie Wallert, auf die Philippinen-Insel Jolo verschleppt. Mitte Juli kommt die erkrankte Renate Wallert frei, Walter und Marc Wallert folgen Ende August beziehungsweise im September.

18. Juli 2001

Ulrich Künzel, ein Mitarbeiter der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), sein Bruder Thomas und sein Freund Reiner Bruchmann werden 200 Kilometer südwestlich von Bogotà von FARC-Rebellen verschleppt. Thomas Künzel gelingt Ende September die Flucht. Mitte Oktober kommen Ulrich Künzel und Bruchmann frei.

27. Juli 2001 Bewaffnete Stammesangehörige nehmen in Sanaa einen deutschen Diplomaten als Geisel. Erst am 23. September lassen ihn seine Entführer frei.

23. Februar 2003

Elf Touristen, darunter sechs Deutsche, werden in der Sahara entführt. In den folgenden Wochen verschwinden in Algerien insgesamt 32 Reisende, darunter 16 Deutsche. Die ersten 17 werden am 13. Mai gewaltsam befreit. Die übrigen Geiseln kommen Mitte August frei. Eine 45-jährige Deutsche stirbt an den Strapazen in der Wüste.

12. September 2003

In Nordkolumbien werden acht ausländische Touristen entführt, unter ihnen die Deutsche Reinhilt Weigel. Nach 74 Tagen kommt sie frei.

25. November 2005

Die 43-jährige Archäologin Susanne Osthoff wird zusammen mit ihrem Fahrer im Irak entführt. Nach zahlreichen Freilassungsappellen, darunter von drei ehemaligen Bundespräsidenten, wird Osthoff am 18. Dezember in Bagdad freigelassen.

28. Dezember 2005

Im Ostjemen werden der frühere Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog, seine Frau und seine drei Söhne verschleppt. Nach drei Tagen wird die Familie unversehrt freigelassen.

24. Januar 2006

Die beiden Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke werden in der nordirakischen Stadt Beidschi entführt. Nach 14 Wochen Geiselhaft kommen die beiden am 2. Mai frei.

6. Februar 2007 Die im Irak verheiratete 61-jährige Deutsche Hannelore Krause und ihr Sohn Sinan werden in Bagdad verschleppt. Die Entführer drohen mit ihrer Tötung, sollten nicht alle Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan abgezogen werden. Hannelore Krause kommt Mitte Juli 2007 frei, ihr Sohn befindet sich weiter in der Hand der Geiselnehmer.

4. Juli 2007

Das Auswärtige Amt gibt bekannt, dass seit einer Woche ein Deutscher in Afghanistan vermisst wird. Bereits am folgenden Tag kommen der Mann und sein Dolmetscher frei. Die Hintergründe bleiben rätselhaft.

18. Juli 2007

Zwei deutsche Bauingenieure werden zusammen mit fünf afghanischen Kollegen in der Provinz Wardek von der radikalislamischen Taliban verschleppt. Der 43-jährige Rüdiger Diedrich wird am 21. Juli erschossen aufgefunden. Nach fast drei Monaten in Geiselhaft wird Rudolf Blechschmidt am 10. Oktober freigelassen.

18. August 2007

Aus einem Restaurant in Kabul wird die 31-jährige Christina M. entführt. Die Entwicklungshelferin wird am 20. August von der Kabuler Polizei befreit.

23. Juni 2008

In Somalia entführen Piraten zwei Deutsche von einer Yacht im Golf von Aden. Der 63 Jahre alter Mann und seine 51 Jahre alte Lebensgefährtin werden am 8. August freigelassen, nach Angaben eines somalischen Gouverneurs gegen die Zahlung von einer Million Dollar Lösegeld.

8. Juli 2008

Drei deutsche Bergsteiger werden im Osten der Türkei von Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK entführt. Die Männer aus Bayern im Alter von 33, 47 und 65 Jahren kommen am 20. Juli unversehrt wieder frei.

11. Juli 2008

Im Süden Nigerias werden zwei deutsche Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger von rund 30 Bewaffneten verschleppt. Genau fünf Wochen später, am 15. August, werden sie freigelassen.

20. September 2008

In der somalischen Hafenstadt Bosasso wird ein Deutscher zusammen mit seiner somalischen Frau entführt. Zwei Tage später geben die Behörden die Befreiung bekannt.

22. September 2008

In Ägypten werden elf ausländische Touristen, darunter fünf Deutsche, verschleppt. Nach zehn Tagen können sie wieder nach Deutschland zurückkehren. Unklar bleibt, ob Lösegeld bezahlt oder die Entführten befreit wurden.

15. Dezember 2008

Im Jemen werden drei Deutsche von Mitgliedern eines Stammes entführt. Die Entwicklungshelferin und ihre Eltern kommen am 19. Dezember frei, im Gegenzug sollen einige Stammesmitglieder aus jemenitischen Gefängnissen entlassen und ein Lösegeld gezahlt worden sein.

18. Januar 2009

In Jemen wird ein deutscher Mitarbeiter eines örtlichen Gasunternehmens zusammen mit zwei einheimischen Kollegen verschleppt. Sie werden bereits einen Tag später wieder freigelassen.

22. Januar 2009

Eine 77-Jährige aus dem hessischen Mühltal wird zusammen mit einem Schweizer Ehepaar und einem britischen Touristen in Mali entführt. Nach drei Monaten, am 22. April, kommen sie wieder frei.

14. Juni

Im Nordjemen werden neun Ausländer entführt, darunter sieben Deutsche. Bei den Verschwundenen soll es sich um einen deutschen Arzt, dessen Frau und fünf Kinder sowie einen Briten und dessen Frau handeln.

DPA/AP / AP / DPA