HOME

Clintons Wahlkampfbüro: Geiselnahme unblutig beendet

Im Wahlkampfbüro von Hillary Clinton in Rochester hat ein geistig verwirrter Mann mehrere Geiseln genommen, um ein Gespräch mit der US-Präsidentschaftskandidatin zu erpressen. Nach sechs Stunden aber konnte die Polizei die Geiselnahme beenden.

Die Geiselnahme in einem Wahlkampfbüro der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton im US-Staat New Hampshire ist ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Der offenbar geistig verwirrte Täter ergab sich am Freitagabend sechs Stunden nach Beginn des Dramas in der Stadt Rochester, nachdem er unmittelbar zuvor die letzte seiner vier Geiseln unversehrt freigelassen hatte.

Der Mann hatte gegen 13 Uhr Ortszeit in dem Wahlkampfbüro mehrere Geiseln genommen und ein Gespräch mit Clinton gefordert. Die New Yorker Senatorin war zur Tatzeit nicht in Rochester, sondern bereitete im Raum Washington einen Wahlkampfauftritt in Vienna im US-Staat Virgina vor. Sie sagte ihre Rede ab. Auch ihr Mann, Expräsident Bill Clinton, sagte seine Termine ab. Die Sicherheitsvorkehrungen für Hillary Clinton wurden verstärkt. Sie zeigte sich erleichtert über das friedliche Ende der Geiselnahme.

Mutter mit Baby schnell freigelassen

Unmittelbar nach Beginn der Geiselnahme ließ der Mann, der nach Angaben aus Sicherheitskreisen in der 30.000-Einwohner-Stadt als geistig verwirrt bekannt ist, eine Mutter mit ihrem Baby frei. Nach zwei Stunden ließ er eine weitere Frau gehen. Sie wurde von einem Polizisten in Sicherheit geleitet. Augenblicke vor seiner Aufgabe kam auch die letzte Geisel frei. Ein leitender Wahlkampfmanager Clintons in New Hampshire, Bill Shaheen, sagte nach der Freilassung der Mutter und ihres Kindes, zwei Helfer seien in der Gewalt des Mannes.

Eine Frau namens Lettie Tzitzik sagte im Fernsehsender WMUR, sie habe mit der Mutter gesprochen, die von dem Täter freigelassen worden sei. "Sie sagte, Sie müssen 911 (den Notruf) anrufen. Gerade ist ein Mann in das Clinton-Büro gegangen, hat seinen Mantel geöffnet und uns eine Bombe gezeigt, die mit Pflaster auf seine Brust geklebt ist." Die Umgebung des Gebäudes, darunter eine Schule, wurden evakuiert und das Gelände abgesperrt. Auch das Büro des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama wurde vorsorglich evakuiert, sagte ein Sprecher Obamas. Es befindet sich in der Nähe von dem Clintons.

Bei dem Geiselnehmer handelt es sich um einen Mann namens Leeland Eisenberg. Der 47-Jährige hatte im März in Rochester mit einer Pressekonferenz vor dem Rathaus der Stadt für Schlagzeilen gesorgt. Er beklagte sich dabei über die Praxis der Polizei, in unverschlossen abgestellte Autos einen Handzettel mit einem Warnhinweis zu legen. Die Autofahrer wurden darin ermahnt, ihre Fahrzeuge abzuschließen, um so Autodiebstähle zu vermeiden.

Im Staat New Hampshire im Nordosten der USA findet am 8. Januar die erste reguläre Vorwahl (Primary) zur Bestimmung der Präsidentschaftskandidaten der Parteien statt. Clinton führt derzeit das Bewerberfeld bei den Demokraten an. Die Vorwahlserie beginnt am 3. Januar mit den Wahlversammlungen (Caucuses) im Staat Iowa.

Beverley Wang/AP / AP