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Cottbus: Bei "Ku-Klux-Klan-Versammlung" nicht eingeschritten? Ermittlungen gegen Polizisten

Nach dem "Ku-Klux-Klan"-Skandal in Cottbus ermittelt die Polizei in zwei Richtungen: Sie sucht die Teilnehmer, prüft aber auch, warum Beamte bei der Aktion nicht eingeschritten sind.

Fans von Energie Cottbus feiern nach dem Aufstieg

Fans von Energie Cottbus feiern nach dem Aufstieg in die dritte Liga. Die "Ku-Klux-Klan-Aktion" fand außerhalb des Stadions statt

Getty Images

Nachdem sich mehrere Fans des in die dritte Fußballliga aufgestiegenen Vereins Energie Cottbus mit Kapuzen im Stil des rassistischen Ku-Klux-Klans versammelt hatten, laufen Ermittlungen gegen Polizistinnen und Polizisten, die die Aktion beobachtet haben, aber nicht eingeschritten sein sollen.

Sie richten sich gegen eine Polizeiführerin und weitere Beamte wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt. Es müsse geklärt werden, warum die Polizei nicht eingeschritten sei und auch danach keine Beteiligten festgestellt habe, sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) im Landtag in Potsdam. Über die Ermittlungen gegen die Beamten hatten zuerst die Zeitung "B.Z." und die "Bild" berichtet.

Cottbusser "Ku-Klux-Klan-Feier"-Teilnehmer gesucht

Der Staatsschutz fahndet weiter nach den Teilnehmern der Versammlung nach dem Aufstieg von Energie Cottbus in die 3. Fußball-Liga. Es geht dabei auch um einen Verstoß gegen das Vermummungsverbot, um eine nicht angemeldete Demonstration und um Sicherheitsfragen wegen des Zündens von Pyrotechnik. Im Internet kursiert seit Sonntag ein Foto, das Menschen mit weißen Kapuzen zeigt und ein Transparent mit der Aufschrift "Aufstieg des Bösen".

Der Club distanzierte sich "entschieden" von dem gezeigten Banner und den verantwortlichen Personen. "Wir sind zutiefst betroffen, dass einige wenige Personen durch ihr Handeln die Freude über den Aufstieg trüben und das Image von zehntausenden Energiefans und des Vereins beschädigen", teilte Energie mit und nannte das dargestellte Banner "menschenverachtend, abstoßend und in keiner Weise tolerierbar".

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wue / DPA