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Urteil im Kindesmord-Prozess: Lebenslange Haft für Danos Mörder

Für den Mord am fünfjährigen Dano aus Herford ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitstrafe verurteilt worden. Der 43-Jährige habe das Kind aus "Wut, Frust und Zorn" getötet.

Der Angeklagte Ibrahim B. (l.) mit seiner Anwältin Christina Peterhanwahr im Landgericht Bielefeld

Der Angeklagte Ibrahim B. (l.) mit seiner Anwältin Christina Peterhanwahr im Landgericht Bielefeld

Im Prozess um den Tod des fünfjährigen Dano aus Herford ist der Angeklagte Ibrahim B. wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Auffassung der Richter tötete der 43-jährige Hilfsarbeiter den Jungen aus niedrigen Beweggründen, wie ein Sprecher des Landgerichts Bielefeld am Mittwoch mitteilte. Er habe dies aus "Wut, Frust und Zorn" aufgrund seiner gescheiterten Beziehung zu seiner Lebensgefährtin getan, hieß es.

Mit dem Urteil folgten die Richter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hingegen hatte die Tat lediglich als Körperverletzung mit Todesfolge gewertet und eine "angemessene Freiheitsstrafe" beantragt.

Täter wohnte im selben Gebäude

Der Angeklagte hatte gestanden, den Jungen im März getötet zu haben. Tatort war die Wohnung von B. in einem Gebäudekomplex, in dem auch Danos Eltern leben. Der Junge war am fraglichen Tag von einem Spielplatz in Herford nicht zum Wohnhaus seiner Familie zurückgekehrt. Die Polizei suchte tagelang nach dem Jungen, wobei auch Hubschrauber, Suchhunde und Polizeitaucher zum Einsatz kamen. Erst Anfang April wurde Danos Leiche unweit des Flusses Werre in Herford gefunden.

In dem Bielefelder Prozess herrschte über weite Strecken eine angespannte Stimmung. Auch am Mittwoch seien wieder "Beschimpfungen" von Danos Angehörigen zu hören gewesen, sagte der Gerichtssprecher. Nach Ende der Sitzung habe zudem Danos Vater einen Schuh in Richtung des Angeklagten geworfen und damit eine Gerichtswachtmeisterin getroffen.

Ermittlungen im Fall Jenisa

Gegen B. wird noch wegen eines weiteren Verbrechens ermittelt: Im Zusammenhang mit dem Tod der achtjährigen Jenisa aus Hannover könnte ihm ebenfalls ein Prozess drohen. Jenisa war 2007 verschwunden, ihre sterblichen Überreste wurden erst vor einigen Wochen bei Wunstorf entdeckt. B. soll Mithäftlingen im Gefängnis den Mord an dem Mädchen gestanden haben.

fin/DPA/AFP / DPA