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"Wall Street Market": Ermittler legen zweitgrößte illegale Darknet-Plattform still - drei Festnahmen in Deutschland

Im Darknet können Waffen, gestohlene Daten oder Drogen gekauft werden. Nun wurde eine der weltweit größten Handelsplattformen des Darknet ausgehoben. Hinter dem Markt sollen Täter aus Deutschland stecken. Auch in den USA gab es Festnahmen. 

Eine Handelsplattform im Darknet

Eine Handelsplattform im Darknet

DPA

Ermittlern aus Europa und den USA ist gemeinsam ein Schlag gegen den Handel mit illegalen Waren im Internet gelungen. In Deutschland wurden drei Männer festgenommen, die im Darknet kriminelle Geschäfte ermöglicht haben sollen. "Bei dem Online-Marktplatz 'Wall Street Market' handelte es sich um die weltweit zweitgrößte kriminelle Handelsplattform, über die insbesondere Drogen, ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente und Schadsoftware gehandelt wurden", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Das Darknet ist ein abgeschirmter Teil des Internets. Die Männer sollen als Betreiber der Plattform an den Verkäufen illegaler Güter Geld verdient haben, indem sie zwei bis sechs Prozent Provision des Verkaufswertes erhalten haben. Sie wurden bereits Ende April festgenommen. Bei ihnen soll es sich um einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel (Hessen), einen 22-Jährigen aus Kleve (Nordrhein-Westfalen) und einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg) handeln. Zuvor hatte der SWR über die Ermittlungen und Festnahmen berichtet.

Geld, Autos und eine Waffe beschlagnahmt

Bei den Durchsuchen in den Wohnungen der drei Männer seien die Rechner, über die die Plattform betrieben wurde, sichergestellt worden. Außerdem wurden über 550.000 Euro in bar, digitale Währungen in sechsstelliger Höhe und teure Fahrzeuge gefunden. Bei dem Tatverdächtigen aus Kleve habe man auch eine Schusswaffe entdeckt. Gegen die Männer wurde wegen gewerbsmäßiger Verschaffung einer Gelegenheit zur unbefugten Abgabe von Betäubungsmitteln Untersuchungshaft verhängt.

Der "Wall Street Market" ist laut den Ermittlern nicht mehr erreichbar. "Zuletzt waren auf dem Online-Marktplatz über 63.000 Verkaufsangebote eingestellt sowie über 1.150.000 Kundenkonten und über 5400 Verkäufer angemeldet", erklärte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Bezahlt wurde auf der Plattform mit den Kryptowährungen Bitcoin und Monero. US-amerikanische und niederländische Behörden sowie die europäische Polizeibehörde Europol seien an den aufwendigen und verdeckten Ermittlungen beteiligt gewesen.

Seit März hatten Ermittler die drei Deutschen im Visier. Die Verdächtigen schalteten den Online-Marktplatz in den Wartungsmodus und transferierten die hinterlegten Geldbeträge an sich selbst. Dieses Vorgehen wird in der Szene als "Exit-Scam" bezeichnet. Daraufhin schlugen die Behörden zu. In den USA habe die Staatsanwaltschaft in Los Angeles durch die Ermittlungen zwei der umsatzstärksten Anbieter von Drogen auf dem "Wall Street Market" identifiziert und festgenommen. Bei Durchsuchungen der Tatverdächtigen in den USA seien illegale Waffen und Bargeld in Millionenhöhe gefunden worden.

Nicht alle Webseiten im Internet können über Suchmaschinen aufgefunden werden. Das Darknet hat sich daher zu einem Marktplatz für illegale Geschäfte entwickelt. 

Quelle: Bundeskriminalamt 

rw / DPA