HOME

Darry: Chronologie des Kontaktes mit der Familie

Der Landrat des Kreises Plön hat in einer Pressekonferenz über den Kontakt der Behörden mit der Familie berichtet. Demnach hatte der allgemeine soziale Dienst des Landkreises erstmals im Jahr 2005 mit der Familie zu tun. Die Chronologie nach Angaben des Landrates Volkram Gebel:

April 2005: Erster Kontakt der Familie mit dem allgemeinen sozialen Dienst (ASD) des Landkreises Plön. Bei diesem Termin werden mit der Familie Wohnungsprobleme erörtert. Es sollte eine geeignetere Wohnung für sie gefunden werden. 13. August 2007: Der ASD wird durch eine Nachbarin der Familie im Auftrag einer der Väter (unklar ist, welcher Vater damit gemeint ist, d. Red) darauf aufmerksam gemacht, dass bei der Familie etwas nicht stimmen würde, und Hilfe nötig sein könnte. 14. August: In der Außenstelle des ASD in Preetz findet ein Gespräch mit dem Ehemann statt. Hierbei stehen Beziehungsprobleme der Eheleute im Mittelpunkt. Dem Ehemann wird eine Beratung durch eine Erziehungs- und Lebensberatung empfohlen. 15. August: Der Ehemann berichtet am Abend dem ärztlichen Bereitschaftsdienst von religiösen Fantasien seiner Frau. Die Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises Plön führt daraufhin ein 30-minütiges Gespräch mit dem Mann. Ein Hinweis auf eine Gefährdung ergibt sich in diesem Gespräch nicht. Allerdings wird klar, dass die Frau unter einer psychiatrischen Erkrankung leidet. Deshalb wird ihr die Vorstellung bei einem Psychiater in der Institutsambulanz des Kreiskrankenhauses empfohlen. 16. August: Ein Mitarbeiter des Kindergartens von zweien der Kinder meldet, dass er die Entwicklung der zwei Kinder gefährdet sehe. Die Eltern scheinen seiner Einschätzung nach mit der Betreuung und Versorgung ihrer Kinder überfordert zu sein. 17. August: Ein Psychiater, der die Frau schon von früheren Behandlungen kennt, untersucht sie. Er findet keine Anhaltspunkte für eine zwangsweise Unterbringung. Die Frau kontaktiert danach von sich aus die Institutsambulanz aber nimmt vereinbarte Termine nicht wahr. 29 August: Mitarbeiter des ASD und des Sozialpsychiatrischen Dienstes sind zu einem Hausbesuch bei der Familie in Darry. Die Eltern werden angetroffen, aber bitten um einen neuen Termin, weil die Einschulung eines Kindes ansteht. 5.September: Wieder sind Mitarbeiter des ASD und des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Haus der Familie. Sie halten eine Entlastung der Eltern für nötig und vereinbaren einen neuen Termin für den 1. Oktober. 1.Oktober: Wieder sind Mitarbeiter des ASD und des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Haus der Familie. Auch bei diesem Gespräch gibt es keine Hinweise auf eine ernste Krisensituation. Die Frau berichtete zwar, dass sie früher Depressionen hatte, schildert aber, dass sie sich wohler und besser fühlt. Die Mitarbeiter finden keine verwahrloste Haushaltssituation vor. Trotzdem werden die Eltern gebeten, sich beim ASD-Stützpunkt zu melden und dort einen Antrag auf Jugendhilfe zu stellen 8. Oktober: Mit einem Träger für ambulante Hilfe wird eine Zusammenarbeit mit der Familie vereinbart und ein Beratungsumfang von 15 Stunden festgelegt. Diese Hilfe wird auch bis zum 28. November geleistet. Der Ergebnisbericht wird dem Kreis aber erst kurz vor dem Tod der Kinder zugestellt, da es angeblich in der ambulanten Hilfe Abstimmungsbedarf gab. In diesem Bericht ist keine Rede von einer Gefährdung der Kinder. Aber es wird empfohlen, die Unterstützung der Familie auszubauen. 4. Dezember: Der Kindergarten eines dritten Kindes meldet beim ASD, dass sich der Allgemeinzustand des Kindes verschlechtert habe. Allerdings könne er die verantwortliche ASD- Betreuerin nicht erreichen. Am selben Tag spricht die Mitarbeiterin des ASD aber noch mit dem Vater und fordert ihn auf, das Kind zur ärztlichen Untersuchung zu bringen. Der Vater sagte das zu. 5. Dezember: Die ASD-Betreuerin will die Familie wie verabredet aufsuchen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Kinder schon tot.

Themen in diesem Artikel