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Kanada: Vom Millionenerbe zum Dreifach-Mörder: Das verkorkste Leben des Dellen Millard

Dellen Millard hat von seinem Vater Millionen geerbt. Doch statt ein sorgenfreies Leben als Chef einer Fluglinie zu führen, tötet er Menschen. Nun wurde er wegen eines dritten Mordes verurteilt - dem an seinem Vater.

Dellen Millard steht vor Gericht.

Fast wäre er davon gekommen. Doch am Montag sagte Richterin Maureen Forestell laut "Toronto Sun": "Ich bin über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt, dass Dellen Millard seinen Vater getötet hat, indem er ihm ins Auge geschossen hat, während er schlief." Am Superior Court von Ontario, Kanada, fiel am Montag das Urteil.

Am 29. November 2012 hatte Millard selbst die Polizei zum Haus der Familie in Toronto gerufen. Die Polizisten fanden seinen Vater, Wayne Millard, tot im Bett, berichtet die "Toronto Sun". Dellen Millard sagte der Polizei damals, sein Vater sei depressiv und Alkoholiker gewesen. "Er trug sein ganzes Leben eine große Traurigkeit in sich, deren Grund ich nicht kenne - er hat nie mit mir darüber gesprochen", zitiert die "BBC" den Sohn.

Millionenerbe mit 27

Der Tod seines Vaters macht Dellen Millard mit gerade einmal 27 Jahren zum Millionenerben und Chef der Fluglinie "Millardair", die sein Großvater 1963 gegründet hatte. Zwar berichten Firmenangestellte den Ermittlern von Spannungen zwischen Vater und Sohn, die Polizei kommt aber zum Schluss: Es war Suizid. Frei von Verdacht steht Millard ein sorgenfreies Leben bevor. 

Der 32-jährige Tim Bosma hatte im Mai 2013 eine Kleinanzeige geschaltet, weil er seinen Truck verkaufen wollte. Es melden sich zwei Interessenten: Millard und sein Freund Mark Smich. Bosma steigt mit den beiden Männern für eine Probefahrt ins Auto - und verschwindet. Die Polizei entdeckt sein Auto laut "BBC" später auf einem Grundstück, das Millards Mutter gehört. Der Wagen ist ausgeschlachtet. Dennoch finden die Ermittler Schmauchspuren und Blut im Auto. Millard und Smich sind schnell die Hauptverdächtigen. 

Ex-Freundin von Dellen Millard verschwindet

Der Polizei fällt etwas in Millards Vergangenheit auf. Drei Monate vor dem Tod seines Vaters war Millards Ex-Freundin Laura Babcock verschwunden, berichtet die "BBC". Die Polizei findet heraus, dass es ein Dreiecksverhältnis zwischen Babcock, Millard und dessen neuer Freundin gegeben hat. Ihr soll Millard versprochen haben, Babcock "aus unserem Leben zu schaffen".

Die Leichen von Bosma und Babcock wurden nie gefunden. Aber Millard hatte kurz nach dem Verschwinden seiner Ex-Freundin einen Müllverbrennungsofen gekauft. Die Polizei glaubt laut "BBC", dass Millard beide erschossen und ihre Leichen verbrannt hat.

Millard wird im Gefängnis sterben

2016 wurden Millard und Smich wegen des Mordes an Bosma verurteilt, 2017 wegen des Mordes an Babcock. "Dellen Millard dachte immer, er sei der klügste Mann im Raum", schreibt die "Toronto Sun". Dieser verwöhnte Bursche habe gedacht, er käme mit allem durch - selbst mit Mord.

Er lag falsch.

Millard hätte ein sorgenfreies Leben haben können. Stattdessen wird er im Gefängnis sterben.

Tatort Mordplatz