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Niedersachsen Sexualstraftäter vergewaltigt Bewacherin auf Freigang

Der Straftäter saß in der Justizvollzugsanstalt Lingen ein, ehe er in Delmenhorst eine Justizmitarbeiterin vergewaltigte -Archiv
Der Straftäter saß in der Justizvollzugsanstalt Lingen ein, ehe er in Delmenhorst eine Justizmitarbeiterin vergewaltigte (Archivbild)
© Friso Gentsch/DPA/PICTURE ALLIANCE
Bei 50 Ausgängen gab es keine Beanstandungen - beim 51. vergewaltigt ein Gefangener in Delmenhorst eine Justizmitarbeiterin. Anschließend bringt sich der Mann um.

Ein wegen sexueller Nötigung verurteilter Strafgefangener hat während eines Freigangs im niedersächsischen Delmenhorst eine Justizmitarbeiterin vergewaltigt. Der Mann habe die Frau bei einem begleiteten Ausgang in sein familiäres Umfeld in seine Gewalt gebracht und missbraucht, teilte das Justizministerium in Hannover mit. Anschließend tötete sich der Mann demnach selbst.

Die Frau sei in medizinischer und psychologischer Behandlung, so das Ministerium. Auch ihre Kollegen in der JVA Lingen würden vom justizeigenen Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.

Behörden prüfen Vorfall in Delmenhorst

Der Vorgang werde derzeit geprüft, hieß es. "Bislang sind Regelverstöße oder fachliche Fehler nicht zu erkennen." Die Entscheidung für Vollzugslockerungen beruhten auf einer "Prognoseentscheidung" der zuständigen Justizvollzugsanstalt (JVA). Dabei habe die Sicherheit der Justizmitarbeiter und der Bevölkerung "oberste Priorität".

Der 27-Jährige deutsche Staatsbürger war wegen sexueller Nötigung in Spanien zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden und seit 2014 in deutscher Haft gewesen. Ansonsten war er nicht vorbestraft. Im Mai 2015 wurde er in das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter aufgenommen. Er habe von Mai 2015 bis Februar 2017 alle Module des Behandlungsprogramms durchlaufen, bei 50 begleiteten Ausgängen gab es keine Beanstandungen. Im August 2018 hätte er seine Strafe abgesessen.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter (0800) 1110111 und (0800) 1110222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

wue AFP DPA

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