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Der Fall Maddie: "Todesspur" erweist sich als haltlos

Seit Monaten beschäftigt uns der Fall der verschwundenen Madeleine. Möglichweise wird das Verschwinden des Mädchens nie aufgeklärt werden. Standen zwischenzeitlich die Eltern unter starkem Verdacht, ist derzeit alles wieder offen. Auch eine weitere "Todesspur" hat sich jetzt als haltlos erwiesen.

Im Fall der verschwundenen Madeleine hat die portugiesische Polizei eine "Todesspur" überprüft. Spürhunde hätten Leichengeruch gewittert, die Spur führe vom Ferienappartement des britischen Arztehepaares Kate und Gerry McCann zur Kirche im portugiesischen Urlaubsort Praia da Luz, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf die portugiesische Polizei.

Madeleines Leiche hätte demnach in einem Wagen in weniger als drei Minuten zur Kirche gebracht und in der Nähe versteckt oder im Meer versenkt werden können. Unterdessen ergaben Laboruntersuchungen, dass Madeleines Geschwister, die zweijährigen Zwillinge Sean und Amelie, in jener Nacht Anfang Mai, als die Vierjährige verschwand, nicht mit Beruhigungsmitteln ruhiggestellt worden sind.

Nach entsprechenden Spekulationen in der portugiesischen Presse hätten Madeleines Eltern ein privates Labor in Großbritannien mit den Untersuchungen beauftragt, berichtete die britische "Times". Weder in den Haaren von Amelie noch von Sean seien Spuren von Beruhigungsmitteln gefunden worden. Der Sprecher der Familie, Clarence Mitchell, sagte: "Ich bin mehr als glücklich, bestätigen zu können, dass Kate und Gerry ihren Kindern zu keiner Zeit Beruhigungsmittel gegeben haben. Jede Andeutung, dass es so gewesen sein könnte, ist schmerzlich und verleumderisch zugleich."

Am Rande des EU-Gipfels in Lissabon sprachen auch der britische Premierminister Gordon Brown und sein portugiesischer Amtskollege José Sócrates über den Fall, wie die "Times" weiter berichtete. Beide stimmten darin überein, dass die Sicherheitskräfte beider Länder eng zusammenarbeiten sollten. Die Polizei prüft laut "Daily Mirror" auch Angaben, wonach ein Kinderschänder das Mädchen entführt haben könnte.

DPA / DPA
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